Neues Volksblatt: "Zentralismus" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 22. August 2009

Linz (OTS) - Was haben die Schulverwaltung und die ÖBB gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, aber dafür offenbart der zweite Blick umso Drastischeres: wo Zentralismus herrscht, zahlen die Länder drauf.
Beispiel Schule: Weil der Bund seiner Verpflichtung aus der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl nicht hundertprozentig nachkommt, zahlt das Land OÖ aus seinem eigenen Budget rund 150 Lehrerdienstposten. Nur so nämlich kann im Pflichtschulbereich die Klassenschülerhöchstzahl 25 eingehalten werden.
Beispiel ÖBB: Schon seit vielen Jahren werden Kosten für den Schienenregionalverkehr auf die Länder abgewälzt. Im Jahr 2008 hat OÖ 23,31 Millionen Euro nach Wien dafür überwiesen, dass auf den so genannten Nebenbahnen weiter die Züge fahren. Jetzt wollen die ÖBB freilich sogar Geld für den Fernverkehr - andernfalls, so die Drohung, könnten etwa auf der Strecke Linz-Graz Verbindungen gekappt werden.
Dort wie da ist eine Ausdünnung des ländlichen Raumes zu befürchten. Das Interesse an der Erhaltung von Kleinschulen etwa nimmt ebenso mit der wachsenden Entfernung von Wien ab wie der Wunsch, den Regionen ihre Bahnstrecken zu erhalten. Darum gibt es nur eines: dagegen halten.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001