Kirchen laden zur "Bewahrung der Schöpfung" ein

Ökumenischer Gottesdienst am 1. September in der Lutherischen Stadtkirche in Wien - Kirchen in Österreich nehmen Gedanken des Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. aus dem Jahr 1989 auf

Wien, 18.08.2009 (KAP) Die Kirchen in Österreich laden am 1. September, dem "Schöpfungstag", wieder in besonderer Weise zur "Bewahrung der Schöpfung" ein. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) veranstaltet um 18 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in die Lutherischen Stadtkirche (Dorotheergasse 18) in der Wiener Innenstadt. Das Motto lautet: "Die Schöpfung - Haus Gottes für alle". Bei dem Gottesdienst wird auch eine orthodoxe Segnung von Brot, Öl und Wein die Verantwortung für den Umgang mit den Gaben der Erde verdeutlichen.

Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates, der lutherische Altbischof Herwig Sturm, erhofft sich vom Gottesdienst spirituelle Impulse für einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung und gegen die Umweltzerstörung. Für die christlichen Kirchen in Österreich sollte der Gottesdienst ein Impuls sein, sich stärker als bisher dem Thema "Bewahrung der Schöpfung" anzunehmen, so Sturm im Gespräch mit "Kathpress". Bei dem Gottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche sollen die "Krisen der Gegenwart" benannt werden; zugleich wird am biblischen Beispiel der Tempelreinigung die Notwendigkeit radikalen Umdenkens dargestellt. Letztlich geht es darum, "neue Schritte" zur "Bewahrung der Schöpfung" zu lernen.

Für die Gestaltung des Gottesdienstes zeichnen u. a. die Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche in Österreich, die Bewegung "Klima fair bessern" und die "Pilgrim-Schulen" verantwortlich.

Initiative des Ökumenischen Patriarchen

Der "Schöpfungstag" war 1989 vom damaligen Ökumenischen Patriarchen, Dimitrios I., in den liturgischen Kalender der Kirche von Konstantinopel eingefügt worden. Der Patriarch lud damals die ganze "orthodoxe und christliche Welt" ein, jeweils am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung".

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hatte 2008 beschlossen, die Anregungen des Ökumenischen Patriarchen und der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung 2007 in Sibiu(Rumänien) aufzunehmen und die Feier des "Schöpfungstages" sowie der "Schöpfungszeit" (1. September bis 4. Oktober, Fest des Heiligen Franziskus von Assisi) allen Mitgliedskirchen zur Aufnahme in ihre liturgischen Kalender zu empfehlen. Der gemeinsame Gottesdienst soll auch die Öffentlichkeit auf das Engagement der Kirchen für die "Bewahrung der Schöpfung" aufmerksam machen. (Informationen: Internet: www.kirchen.at).

Symposion im Naturhistorischen Museum

Auch die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" wirbt am 1. September mit zahlreichen Aktivitäten für die "Bewahrung der Schöpfung" und lädt zu einem Symposion ins Wiener Naturhistorische Museum. Zum Thema "Biodiversität. Sicherung der Welternährung?!" sprechen ab 9 Uhr die deutsche Biologin Christine von Weizsäcker, der Wiener Moraltheologe Prof. Matthias Beck, der Wiener Humanökologe Peter Weish und der Steyler Missionar P. Georg Ziselsberger. Um 18.30 Uhr beginnt in der Wiener Franziskanerkirche (Franziskanerplatz 4) eine Vesper, die die "Bewahrung der Schöpfung" in den Mittelpunkt stellt.

Ausgehend vom "Schöpfungstag" setzt die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" weitere Initiativen in der "Schöpfungszeit". So referiert der Theologe und Psychiater Arnold Mettnitzer im Wiener Don Bosco-Haus über Klimafragen, Weltwirtschaftskrise und Religionsverlust (19 Uhr). Am 19. September gibt es - ebenfalls im Wiener Don Bosco-Haus - einen Eltern-Kind-Tag (16 bis 19 Uhr. (Informationen: Internet: www.argeschoepfung.at).

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