Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Frauen brauchen besonders in der Gynäkologie Wahlmöglichkeit"

Verordnung des Gesundheitsministers erleichtert Ärztinnen Zugang zu Kassenstellen

Wien (OTS) - "Frauen brauchen besonders in der Gynäkologie die Wahlmöglichkeit zwischen einer Ärztin und einem Arzt", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Alois Stöger. Denn männliche Ärzte bedeuten gerade in diesem Bereich für manche Frauen eine Hürde und würden sie davon abhalten, die wichtigen regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen.

Heinisch-Hosek begrüßte deshalb die Initiative des Gesundheitsministers, der eine Veränderung jener Verordnung erlassen hat, in deren Rahmen es Ärztinnen erleichtert wird, eine Kassenstelle zu bekommen, wenn in der Versorgungsregion keine Wahlmöglichkeit besteht. Ärztinnen sollen demnach künftig mit einem 10-Prozentpunkte-Bonus gegenüber ihren männlichen Kollegen positiv diskriminiert werden. "Diese Maßnahme soll mittelfristig zu einer flächendeckenden Versorgung an Gynäkologinnen mit Kassenvertrag führen", sagte Stöger.

Derzeit gibt es für die 2,5 Millionen versicherten Frauen in Österreich fünf Mal so viele männliche Gynäkologen mit Kassenvertrag wie weibliche. In Kärnten etwa gibt es derzeit keine einzige Gynäkologin mit Gebietskrankenkassen-Vertrag und nur zwei Gynäkologinnen mit Verträgen kleinerer Kassen. Deshalb bleibt Patientinnen, die lieber eine Ärztin konsultieren, oft nur die Möglichkeit, zu einer Wahlärztin zu gehen, was für sie aber mit höheren Kosten verbunden ist.

Doch dürfte sich die Förderung von Medizinerinnen nicht nur auf die Kassenverträge beschränken, waren sich Heinisch-Hosek und Stöger einig. Angesetzt werden müsse bei der Ausbildung und auch in den Krankenhäusern. Denn obwohl es dort bereits eine gute Anzahl an Frauenärztinnen gebe, führe derzeit erst eine einzige Frau an einem Wiener Krankenhaus als Primaria eine gynäkologische Abteilung. Dazu komme eine Hand voll Professorinnen. "Die Gynäkologie ist immer noch eine sehr männerdominierte Sparte", sagte Heinisch-Hosek. Die Änderung der Verordnung über die Kriterien für die Reihung der ärztlichen Bewerberinnen und Bewerber um Einzelverträge mit den Krankenversicherungsträgeren sei jedenfalls ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

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