Science Lounge greift im internationalen Jahr der Astronomie nach den Sternen

Hahn: "ESO-Beitritt war Trägerrakete für mehr öffentliches Interesse an Wissenschaft"

Wien (OTS) - Mehr als 250 Interessierte lockte die Science Lounge zum Thema "Der Griff nach den Sternen" auf den Wiener Donaukanal. Unter der Moderation von Presse-Redakteur Rainer Nowak diskutierten Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Dr.in Katrien Kolenberg vom Institut für Astronomie der Universität Wien, Universitätsprofessorin Dr.in Sabine Schindler, Österreichische Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik, und der erste österreichische Kosmonaut DI Franz Viehböck Fragen zu Astronomie und Astrophysik und die Einflüsse des Kosmos auf unsere Welt. Wissenschaftsminister Hahn bezeichnete den Beitritt Österreichs zur europäischen Südsternwarte ESO als "Trägerrakete für breites Interesse für Wissenschaft und Forschung in der Öffentlichkeit." Obwohl in der Wissenschaftskommunikation "ein Boom zu verzeichnen ist, müssen wir die Bedeutung der Grundlagenforschung im täglichen Leben noch stärker bewerben."

Universitätsprofessorin Schindler bezeichnete den ESO-Beitritt als "Meilenstein", weil dadurch auch mehr Professor/innen berufen werden können. Zu den Fragen aus den Publikum zur Entstehung des Universums, der Galaxien und der Sterne meinte sie: "Im Universum ist sehr viel los und das alles wollen wir erforschen. Ich sehe unseren Planeten als integralen Bestandteil des Kosmos. Es herrschen überall die gleichen physikalischen Gesetze. Wir sind eines von vielen Planetensystemen im Kosmos. Mit neuer Technik kann besser beobachtet werden. Ich erwarte mir in den nächsten Jahren einige Überraschungen." Für die Beobachtung sei vor allem das Schwarze des Weltalls wichtig, und das sei in Chile, wo sich die Südsternwarte befindet, ideal. In Europa sei die Lichtverschmutzung dafür zu groß. Während in Chile 360 Tage im Jahr für die Beobachtung günstig seien, wären es in Europa nur etwa 50.

Die auf dem Gebiet der Astroseismologie arbeitende Wissenschafterin Kolenberg begeisterte das Publikum durch die "Musik" der Sterne, ihre Schwingungen. Kolenberg: "Sterne verhalten sich instabil. Sterne können zu schwingen beginnen und damit ändern sich auch die Temperatur und die Helligkeit." Die Schwingungen seien langsam, aber sichtbar. Dadurch kann herausgefunden werden, wie sie aufgebaut sind. "Das ist so ähnlich, wie wenn man eine Stradivari vor sich hat", so Kolenberg, die die "Chellos" unter den Sternen am meisten liebt.

"Der Ausblick auf die Erde und der Eindruck der Zerbrechlichkeit haben mich überrascht", so Franz Viehböck zu seinem Weltraumflug 1991, bei dem ihn das Schwarze des Weltalls sehr beeindruckt habe. Grüne Männchen habe er hingegen nicht gesehen, wie aus dem Publikum nachgefragt. Dennoch sei die Frage nach Lebewesen sehr aktuell, so Kolenberg, die auf entsprechende Forschungsarbeiten der NASA verwies.

Fragen wie "Gibt es ein Ende des Weltraums? Wie warm oder kalt ist es im Weltall? Wie kann sich etwas ausdehnen, das schon unendlich ist? Was ist, wenn die Fliehkraft aufhört?" Wie wird Energie zu Materie?" wurden von den Wissenschafterinnen gerne beantwortet und Hahn dankte für die anschaulichen Einblicke in die Forschungsarbeit. "Je mehr Verständnis bei den Menschen für Forschung vorhanden ist, desto größer sind künftig auch die Chancen für mehr Geld für Forschung und Entwicklung."

Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) und Science2Public in Kooperation durchgeführt.

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