Kosmonaut in sandigen Gefilden: Franz Viehböck bei der sciencelounge in der Strandbar Herrmann

Wien (OTS) - Einen regelrechten Besucheransturm gab es gestern
Abend in der Strandbar Herrmann bei der Dialog-Plattform sciencelounge zum Thema "Der Griff nach den Sternen. Wie der Kosmos unsere Welt beeinflusst".

Ein besonderer Gast dieser sciencelounge war DI Franz Viehböck, auch bekannt unter seinem Beinamen "Austronaut". Als bis dato erster Österreicher erhielt er die Gelegenheit, im Jahr 1991 an einem 9-tägigen Flug in der Raumstation MIR teilzunehmen. Er berichtete während der sciencelounge vorwiegend aus seiner Praxis und seinen Erfahrungen im All:

"Zwei Aspekte haben mich tief beeindruckt: das Schwarz des Weltalls und die Zerbrechlichkeit des Planeten Erde außerhalb der Atmosphäre." Die physiologischen Anstrengungen für den Organismus während so eines Aufenthalts im All sind auch nicht außer Acht zu lassen: nicht nur dass sich durch die fehlende Gravitation das Blut nicht mehr in den Füßen hält, sondern eher in den Kopf steigt, kommt es auch zu einem massiven Flüssigkeitsverlust und zu Muskelschwund. Daher muss jeder Astronaut zwei Stunden täglich - auch im All -trainieren.

Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn gab interessante Einblicke in Österreichs Rolle bei der Weltraumforschung und ihren Fördermöglichkeiten. "Österreich ist seit 2008 Mitglied der Europäischen Südsternwarte (ESO). Dieser Beitritt zu einer astronomischen Organisation ist aber nicht nur wichtig für die Astronomen und Astrophysiker, sondern für eine ganze Reihe von Wissenschaftsdisziplinen. Wir bieten auch in Mittel- und Osteuropa einen Schwerpunkt, denn mit Ausnahme von Tschechien ist kein einziges mittel- und osteuropäisches Land der ESO beigetreten", so der Wissenschaftsminister.

Die Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler, gab einen detaillierten Einblick in ihre Arbeit. Neue Forschungsschwerpunkte sind derzeit die Wechselwirkung und die Entstehung von Galaxien und Galaxiehaufen - wesentliche Forschungsansätze, die zu einer Aufklärung der Entstehung des Universums beitragen könnten.
Auch Schindler äußerte sich zum Beitritt zur ESO: "Dieser Beitritt ist von enormer Bedeutung für Österreich, kann er so nun endlich auch heimischen ForscherInnen einen geregelten Zugang zu den weltweit leistungsfähigsten Großteleskopen gewährleisten", so Schindler. Aufgrund der ausgezeichneten klimatischen Bedingungen für astronomische Beobachtungen wählte die ESO die chilenische Atacamawüste als Standort ihrer Einrichtungen. Der Verwaltungshauptsitz der ESO ist allerdings in Garching bei München.

Einen etwas anderen Forschungszugang hat die gebürtige Belgierin Dr. Katrien Kolenberg, die an der Universität Wien zum Thema Asteroseismologie forscht. Durch beobachtbare Schwingungen oder Töne von Sternen sind ihre inneren Strukturen erschließbar. "Eigentlich höre ich die Musik der Sterne, ich höre die Sterne schwingen." In bestimmten Lebensphasen verhalten sich die Sterne ziemlich instabil. "In dieser Hinsicht sind Sterne eigentlich mit Menschen vergleichbar", so Kolenberg.

Über die sciencelounge

Das Format der sciencelounge ist schnell erklärt, hat jedoch große Breitenwirkung: Hochrangige WissenschafterInnen diskutieren zu brisanten und gesellschaftsrelevanten Themen aus Wissenschaft und Forschung, umgeben von interessiertem Publikum, das sich - wie auch in diesem Fall - aktiv an der Diskussion beteiligt. Wesentlich dabei ist die "Wohnzimmeratmosphäre", in der die BesucherInnen das Gefühl erhalten, direkt an die WissenschafterInnen Fragen stellen zu können bzw. eigene Ansichten Preis zu geben. Ziel ist es, in erster Linie die oft vorhandene Hemmschwelle gegenüber Koriphäen aus Wissenschaft und Forschung zu überwinden.

Vor einem Jahr fiel der Startschuss für die erste sciencelounge. Aufgrund des großen Erfolgs finden nun in regelmäßigen Intervallen interaktive Diskussionsrunden aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung statt. Die Diskussionsplattform versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Diese sciencelounge fand in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der Presse statt. Moderiert wurde die Diskussion von Rainer Nowak, Chefredakteur von Die Presse.

Ein vollständiger Audio-Mitschnitt der sciencelounge sowie Informationen zu den nächsten Terminen und Themen sind unter www.sciencelounge.at abrufbar.

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