"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Bankgeheimnis als Job-Gefahr" (Von FRANK TSCHONER)

Ausgabe vom 20. August 2009

Innsbruck (OTS) - Die Politik ist gefordert, das Bankgeheimnis für Ausländer aufzuweichen. Sonst sind Jobs in Gefahr.

Die gute Nachricht: Das Bankgeheimnis für österreichische Anleger ist nicht in Gefahr. Vielmehr sind ausländische Anleger in Österreich ins Visier der internationalen Staatengemeinschaft geraten. Es sind gerade die großen mächtigen Länder wie Deutschland, die den kleinen wie Österreich die Pistole an die Brust setzen. Für sie ist Österreich ein Steuerparadies, das in ihren Augen geschlossen werden muss.

"Was kümmert mich das?", mag sich der gelernte Österreicher denken. Ihn betrifft das Gerangel ums Bankgeheimnis nicht, denn für heimische Sparer bleibt ja alles beim Alten, wird ihm versichert.

Die schlechte Nachricht: Arbeitsplätze sind in Gefahr, wenn sich nichts ändert. Auf den ersten Blick haben Bankgeheimnis und Arbeitsplätze nichts gemeinsam. Doch weicht Österreich nicht bald sein Bankgeheimnis für Ausländer auf, drohen massive Nachteile durch Sanktionen für den Wirtschaftsstandort. Durch Steuernachteile für international agierende Konzerne und im Export könnte die heimische Wirtschaft Schaden nehmen. Und damit jeder Einzelne, weil sein Arbeitsplatz dadurch in Gefahr gerät.

Die österreichische Politik scheint sich dessen noch nicht ganz bewusst zu sein. Die Opposition fordert Zugeständnisse für ihre Zustimmung zur Aufweichung des Bankgeheimnisses. Die Regierung bleibt stur. Solche innenpolitische Sandkastenspiele interessiert die mächtige Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) nicht. Sie wollen Resultate sehen. Das sollten sich Regierung und Opposition in Erinnerung rufen.

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