ARBÖ: Kleine Tiere mit fatalen Folgen - Achtung bei Wespen im Auto

Unbedingt Ruhe bewahren - Fahrzeug anhalten

Wien (OTS) - Ein Autolenker, auf der Tauernautobahn unterwegs, versuchte während der Fahrt eine Wespe abzuwehren. Dabei verriss er das Lenkrad, der Wagen krachte frontal gegen die Mittelleitwand und überschlug sich. - Jeden Sommer erinnern ähnliche Unfälle daran, wie wichtig es ist, bei Insekten im Auto richtig zu reagieren, so der ARBÖ.

Auf jeden Fall sollten panische Abwehrmaßnahmen vermieden werden. "Ruhe bewahren und das Fahrzeug an einer sicheren Stelle anhalten. Dort Fahrzeugtüren öffnen um Wespe & Co. den Weg ins Freie zu ermöglichen. Wer auf Abwehrmaßnahmen wie Sprays oder Lotionen setzt, sollte diese vor der Fahrt anwenden - während der Fahrt ist es zum einen zu spät, außerdem lenkt es ab", empfiehlt Sieglinde Rernböck vom ARBÖ.

Besonders gefährlich kann es für jene werden, die gegen Wespen-und Bienengift allergisch sind. Wird man gestochen und beobachtet danach folgende Warnzeichen, ist rasche medizinische Hilfe lebensnotwendig, so der ARBÖ-Verkehrsmediziner Medizinalrat Prof. Prim. Dr. Josef Nagler:

1. Stadium: Ausschlag, Juckreiz, gerötete Augen, sowie Schwellungen der Lippen und Lider
2. Stadium: Schwindel, Übelkeit, Heiserkeit, leichter Atemnot und Herzklopfen.
3. Stadium: Schwellungen im Rachen, Erbrechen, schwere Atemnot und Kollaps
4. Stadium: Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Stillstand

Die rechtliche "Insektenseite"

Von der rechtlichen "Insektenseite" ist zu sagen, dass "grundsätzlich Autofahrer zur Sommerzeit mit dem Eindringen eines Insektes in das Wageninnere rechnen müssen, also jetzt. Nach der Rechtsprechung hat der Lenker in diesem Fall 'entsprechend verkehrsgerecht', etwa durch Verminderung der Geschwindigkeit, zu reagieren," so der Leiter des ARBÖ-Rechtsreferates Dr. Ralf Hasler. Gerät er jedoch in Panik und verliert die Kontrolle über das Fahrzeug und verursacht dadurch einen Unfall mit Personenschaden, ist er strafrechtlich haftbar. "Allerdings könnte ein durch Insektenstich hervorgerufener - nicht willentlicher - Körperreflex als Unfallauslöser zu Straffreiheit führen," so Hasler. Deshalb auf keinen Fall versuchen, während der Fahrt das Insekt zu verscheuchen, sondern Fahrzeug an sicherer Stelle anhalten.

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