KfV-Freizeitunfallstatistik 2008: Anstieg bei Getöteten

Pro Tag verletzten sich rund 1.700 Menschen bei Freizeitunfällen, fünf verunglückten jeden Tag tödlich. Die KfV-Freizeitunfallstatistik ist nun auch online verfügbar.

Wien (OTS) - 858.000 Menschen wurden im Jahr 2008 in Österreich
bei Unfällen verletzt (2007: 829.000), knapp drei Viertel (71%) der Unfälle passierten in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und Sport. Unfälle in der Arbeit oder Schule machten etwa ein Viertel (23%) aller Unfälle aus, sechs Prozent passierten im Verkehr. "Unfälle im Bereich Heim, Freizeit und Sport sind mit Abstand die größte Gruppe aller Unfälle. Während der Anteil der Unfälle im Verkehr und bei der Arbeit in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, trifft dies im Freizeitbereich leider nicht zu", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Täglich verletzten sich 2008 rund 1.700 Menschen bei Heim-, Freizeit- und Sportunfällen, rund fünf Menschen verunglückten bei Freizeitunfällen jeden Tag tödlich. Insgesamt passierten 2008 2.571 Unfälle mit Todesfolge - zwei Drittel davon im Lebensbereich Heim, Freizeit und Sport. In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil der tödlichen Freizeitunfälle an allen Unfällen mit Todesfolge von 55 Prozent im Jahr 2004 auf 66 Prozent im Jahr 2008 kontinuierlich angestiegen. "Der Freizeitbereich wird nach wie vor vernachlässigt, wenn es darum geht, Maßnahmen umzusetzen, die zu einem Rückgang bei Verletzten und Getöteten führen. Die Zahlen sprechen aber für sich: Unfallprävention in der Freizeit braucht einen höheren Stellenwert", betont Dunzendorfer.

Risikogruppen im Heim- und Freizeitbereich: Senioren und Kleinkinder

In den Bereichen Heim und Freizeit passierten 408.800 Unfälle, das sind 67 Prozent aller Freizeitunfälle. Das höchste Unfallrisiko besteht bei Senioren ab 75 Jahren: 121 Menschen je 1.000 gleicher Altersgruppe verletzten sich 2008 zuhause oder in der Freizeit so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. "Die häufigste Unfallart von Senioren sind Stürze, z.B. durch Ausrutschen im Bad oder Stolpern auf der Treppe. Gezielte Maßnahmen im eigenen Heim können viele Unfälle verhindern - vom rutschfesten Teppich über Haltegriffe im Bad bis zu ausreichender Beleuchtung gibt es einfache Möglichkeiten, schon mit wenig Geld die Gefahr zu reduzieren", rät Dunzendorfer. Die zweitgrößte Gruppe von Verletzten im Heim-/Freizeitbereich sind Kleinkinder bis vier Jahre mit 102 Unfällen je 1.000 gleicher Altersgruppe. Häufigste Unfallart: Stürze aus der Höhe, beispielsweise vom Wickeltisch.

Die meisten Sportunfälle passieren beim Schifahren, Fußball und Radfahren

Ein Drittel aller Freizeitunfälle (200.100) passierte beim Sport. Die Hälfte aller Sportunfälle teilt sich auf drei Sportarten auf: Alpiner Schilauf (46.400), Fußball (30.600) und Radfahren (23.200, ohne Mountainbiken). Das höchste Risiko, sich beim Sport zu verletzen, besteht in der Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen: 62 Jugendliche je 1.000 gleicher Altersgruppe verletzten sich 2008 beim Sport. Sie verletzten sich am häufigsten beim Fußball, gefolgt von Schifahren und Snowboarden. "Die Sportarten mit den meisten Unfällen sind klassische Breitensportarten, die in Österreich gerne und oft ausgeübt werden. Doch auch wer bestimmte Sportarten häufig ausübt, ist nicht vor Unfällen gefeit und sollte Vorkehrungen treffen. Beim Radfahren und Schifahren schützt beispielsweise ein Helm vor schweren Kopfverletzungen", schließt Dunzendorfer.

KfV-Freizeitunfallstatistik nun auch online

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit publiziert seit 1987 die Freizeitunfallstatistik. Heuer erscheint die Unfallstatistik erstmals in neuem "Gewand": Aus der Printpublikation wird eine Online-Publikation. Unter www.kfv.at/unfallstatistik ist ab heute nicht nur die Verkehrsunfallstatistik, sondern auch die Freizeitunfallstatistik sowie der Gesamtüberblick über das Unfallgeschehen in Österreich kostenlos abrufbar. Die Print-Publikation erscheint Anfang September.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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