Österreicher vier Mal im Jahr beim Facharzt

Internisten und Augenärzte gefragt - gute Kassen-Ärztedichte

Wien (OTS) - 30 Millionen Mal konsultieren die Österreicherinnen und Österreicher jährlich eine Fachärztin oder einen Facharzt. "Im Durchschnitt holt sich jede Patientin/jeder Patient vier Mal im Jahr Rat von den medizinischen Spezialisten. Am häufigsten benötigt werden Internisten und Augenärzte, gefolgt von Gynäkologen, Radiologen und Dermatologen", so der Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident Günther Wawrowsky in einer Aussendung.

Jeder zweite Österreicher ist fehlsichtig und braucht daher regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen. Je älter die Österreicherinnen und Österreicher werden, umso wichtiger wird aber auch die medizinische Hilfe des Internisten. Besonders oft wird er von Menschen der Altersgruppe zwischen 55 und 65 Jahren sowie Personen über 80 konsultiert. In der ersten Gruppe finden sich laut Internist Wawrowsky viele so genannte "Risikoklienten". Meist zum ersten Mal tauchen in diesem Alter Anzeichen von Herz-Kreislauf-Krankheiten bzw. Herzinfarkte oder Schlaganfälle auf.

Patienten in Österreich finden hausärztliche und fachärztliche Hilfe im unmittelbaren Lebensumfeld und haben damit ein gutes medizinisches Sicherheitsnetz. Im internationalen Vergleich weist Österreich eine gute Ärztedichte auf. Die Zahl der Kassenvertragsärztinnen und -ärzte ist seit Jahren konstant und liegt statistisch bei rund einem Allgemeinmediziner und einem Facharzt auf 1.000 Einwohner. Wahlärztinnen und -ärzte verstärkten die guten Versorgungsmöglichkeiten, so Wawrowsky.

Kurze Wartezeiten für Akuttermine

Ein stichprobenartiger Check des VKI bescheinigte übrigens Anfang 2008 kurze Wartezeiten für Akuttermine bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Mehr als die Hälfte der Testpersonen mit akuten Symptomen erhielten noch am selben Tag einen Termin, 80 Prozent innerhalb von zwei Tagen. Wie auch der Hauptverband bestätigte, sind die durchschnittlichen Wartezeiten in Wartezimmern ebenfalls verhältnismäßig moderat - beim Facharzt wartet man im Durchschnitt 28 Minuten. Fast jede dritte Facharztordination ist mittlerweile in Frauenhand, der Trend wird sich verstärken.

Für die Weiterentwicklung des niedergelassenen Bereichs wünscht sich der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, neue Kooperationsformen für die Ärzte. Dorner: "Es wäre fortschrittlich, verschiedene Fachrichtungen im niedergelassenen Bereich in Form von Gruppenpraxen unter einem Dach zu bündeln. Damit können wir die Spitalsambulanzen entlasten und uns außerdem flexibel auf den wachsenden Patientenbedarf einstellen, u.a. was Volkskrankheiten wie Diabetes oder Demenz betrifft."

Von den mehr als 38.500 Ärztinnen und Ärzten gibt es rund 9.400 Fachärzte mit Ordinationen. Rund 3.700 von ihnen haben einen Kassenvertrag. Dorner: "Die österreichischen Fachärztinnen und -ärzte durchlaufen eine aufwändige Ausbildung. Bis zum Facharzt dauert es mindestens zwölf Jahre - exklusive der Wartezeiten auf einen der begehrten Ausbildungsplätze im Spital. Die Expertise ist auch im Ausland stark gefragt, wie aktuelle Abwanderungsbewegungen zeigen." (jg)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
E-Mail: b.merz@aerztekammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE0001