Österreichische Zahnärztekammer lehnt Zahnmedizin-Studium an der DPU in Krems entschieden ab

Qualität der zahnärztlichen Ausbildung in Gefahr

Wien (OTS) - Mit großem Befremden und großer Verwunderung hat die Österreichische Zahnärztekammer den Medien - genau genommen der Sendung NÖ heute am 12. August d. J. - entnommen, dass die zahnärztliche Ausbildung an der Danube Private University (DPU) in Krems genehmigt wurde. Bei dieser handelt es sich um eine Privatuniversität und somit um eine auf Gewinn gerichtete wirtschaftliche Einrichtung.

Dies, obwohl sich das Bundesministerium für Gesundheit, sämtliche Professoren der österreichischen Universitätszahnkliniken, die Österreichische Hochschülerschaft, die Landeszahnärztekammer für NÖ sowie die Österreichische Zahnärztekammer dezidiert dagegen ausgesprochen haben.

Noch letztes Jahr wurde eine Akkreditierung abgelehnt, warum sie jetzt ohne Beiziehung der genannten Institutionen genehmigt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.

Bedenklich ist, da dem Akkreditierungsrat weder ein Arzt noch ein Zahnarzt angehört, in wie weit dieses Gremium die Fähigkeit besitzt, die von uns angezweifelte EU-Konformität und Qualität der Ausbildung schlussendlich zu beurteilen. Auch die Aussage von Wissenschaftsminister Dr. Hahn, dass hier eine Abstimmung mit der EU stattgefunden hätte und er sicherstellt, "dass hier aus Brüssel keine Turbulenzen zu erwarten sind" ist für uns nicht nachvollziehbar und wäre noch zu hinterfragen.

Festhalten möchten wir unmissverständlich: eine derartige Institution ist zur Versorgung der österreichischen Bevölkerung in keiner Weise erforderlich und sinnvoll. Studiengebühren in der Höhe von Euro 144.000,- sind nur für ganz wenige Menschen in Österreich finanzierbar. Wenn man dazu noch die Lebenshaltungskosten (unter Zugrundelegung der jetzt diskutierten Mindestsicherung) rechnet, betragen die Gesamtstudienkosten mehr als Euro 200.000,-.

Zu befürchten ist, dass damit eventuelle Wartefristen und Zulassungsprüfungen der öffentlichen Universitäten mit Geld umgangen werden können.

Die Österreichische Zahnärztekammer lehnt jegliche Verantwortung für diese Institution ab und wird bei Auftreten von Mängeln auf die dafür verantwortlichen Politiker hinweisen, die auch dann die Konsequenzen zu tragen haben werden. Wir wiederholen noch einmal, dass diese Institution nicht nötig ist und wir uns des Eindruckes der Geschäftemacherei nicht völlig erwehren können.

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