Überstunden sichern Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe

WKÖ-Gleitsmann hält Überstundenreduktion für kontraproduktiv, Begrenzung wäre zu Lasten der Unternehmen und Arbeitnehmer

Wien (PWK602) - Für kontraproduktiv hält Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, die Vorschläge des Sozialministers, mit dem Abbau von Überstunden Jobs zu schaffen: "Die Vorschläge des Sozialministers engen die Flexibilität der Betriebe ein. Nur wenn diese rasch Aufträge annehmen können, sind sie international wettbewerbsfähig. Die Möglichkeit von Überstunden hat in den vergangenen Jahren zum Jobwachstum beigetragen. Eine Begrenzung etwa von zulässigen Überstunden bzw. von Höchstarbeitszeit wäre ein Rückschritt zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und auch der Arbeitnehmer, die dann weniger verdienen würden."

Dass ein Abbau von Überstunden in Österreich auf das Niveau von Dänemark über 80.000 neue Jobs schaffen könnte, hält Gleitsmann für eine "Milchmädchenrechnung". Er gibt im Gegenteil zu bedenken, dass der derzeit stattfindende Abbau der vorhandenen Überstunden dazu beigetragen habe, dass Österreich in Europa die zweitniedrigsten Arbeitslosenzahlen halten kann. Gleitsmann: "Die Betriebe verwenden derzeit das flexible Instrument der Überstunden mit Durchrechnungszeiträumen zur Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen."

Eine Studie von Deloitte Human Capital und XIMES belegt, dass die Arbeitszeitgestaltung bei der Krisenbewältigung das wichtigste Instrument in den Betrieben darstellt. Bei den krisenbedingten Arbeitszeitmassnahmen stehen der Abbau von Urlaubsguthaben und von Zeitguthaben an der Spitze. Eine flexible Arbeitszeitgestaltung wird als relevanter Beitrag zur Beschäftigung im eigenen Unternehmen gesehen. Eine Einschränkung betrieblicher Spielräume führt nicht zu höherer Produktivität und Beschäftigung. Im Gegenteil: Gerade jetzt sollten die durch die jüngste Arbeitszeitnovelle geschaffenen Spielräume durch kollektivvertragliche Umsetzung genutzt werden, um Arbeitnehmern und Unternehmen die Bewältigung der Krise zu erleichtern und eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Was die gesundheitlichen Aspekte von Überstunden betrifft, verweist Gleitsmann auf das Interesse der Betriebe an gesunden Mitarbeitern. Betriebliche Gesundheitsförderung werde von immer mehr Betrieben als Erfolgsfaktor erkannt. Seit Jahren reduziert sich die Zahl der Krankenstandstage. (Rh)

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