Hundstorfer: Neue Arbeitszeitregeln - weniger Überstunden - mehr Arbeitsplätze

Drei Viertel der Menschen die Überstunden leisten, wünschen sich eine Reduktion ihrer Arbeitszeit

Wien (SK) - "Österreichs Vollzeitarbeitskräfte leisten im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Wochenüberstunden. Mit durchschnittlich 42,9 Stunden pro Woche lag Österreich 2008 im EU-Vergleich an oberster Stelle", erklärte Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag in einer Pressekonferenz zum Thema "Neue Arbeitszeitregeln - weniger Überstunden". Würde man alle in diesem Jahr voraussichtlich geleisteten Überstunden (ca. 370 Millionen) auf Vollarbeitsplätze umlegen, so ergäben sich daraus rund 180.000 Vollzeitäquivalente. Der Arbeitsminister sprach sich deutlich für Maßnahmen zum Abbau von Überstunden aus und betonte, dass er "die Diskussion mit den Sozialpartnern" bereits eröffnet habe. ****

"Trotz Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit bleibt in Österreich die Zahl der Beschäftigten mit Überstunden auf hohem Niveau", so Hundstorfer, der weiter ausführte, dass von den 3,4 Millionen unselbstständig Beschäftigten im ersten Quartal 730.000 Überstunden geleistet hätten. Von diesem Personenkreis leiste jeder Dritte (245.000) mehr als zehn Überstunden und 120.000 Beschäftigte sogar mehr als 15 Überstunden pro Woche. "Und rund 27 Prozent der Stunden bleiben unbezahlt", kritisierte der Arbeitsminister. Drei Viertel der Menschen die Überstunden leisten, würden sich eine Reduktion ihrer Arbeitszeit wünschen.

Maßnahmen zum Abbau von Überstunden

"Wenn in Österreich die durchschnittlich tatsächlich geleistete Arbeitszeit auf den EU-27-Durchschnitt gesenkt werden könnte, also von 42,9 auf 41 Stunden, wären zusätzlich knapp 130.000 Vollzeitäquivalente möglich", so Hundstorfer, der betonte, dass dadurch der für 2010 prognostizierte Beschäftigungsrückgang zumindest gestoppt werden könnte. Hundstorfer räumte ein, dass er "kein Illusionist" sei und man die Überstunden nicht "ad hoc abschaffen" könne, formulierte aber klare Maßnahmen zum Abbau von Überstunden. Hundstorfer betonte, dass er die zulässigen Überstunden reduzieren, die wöchentliche Höchstarbeitszeit einschränken und All-In-Verträge, die ursprünglich nur für Menschen in Führungspositionen gedacht gewesen wären, nun aber quer durch alle Branchen üblich zu sein scheinen, "auf ihre ursprüngliche Bestimmung zurückdrängen" wolle.

Hundstorfer sprach sich weiters für die Einbeziehung von Freien DienstnehmerInnen ins Arbeitszeitgesetz und für höhere Strafen bei manipulierten Zeiterfassungssystem aus. In der Europäischen Union werde im Schnitt 41,0 Stunden pro Woche gearbeitet, in Dänemark liege der Schnitt sogar nur bei 39,1 Stunden. "Die meisten unserer europäischen Handelspartner haben geringere Arbeitszeiten und sind trotzdem nicht weniger produktiv", führte Hundstorfer weiter aus. Eine Studie des IFES (Institut für empirische Sozialforschung GmbH) ergab, dass viele Menschen in Österreich viel zu viele Überstunden leisten würden und Zeitdruck und Überbeanspruchung zunehmend als Belastungsfaktor empfunden würden.

Beinahe eine Million, und damit fast jeder Dritte Beschäftigte gibt dies mittlerweile als belastenden Faktor an. Beschwerden wie Rückenschmerzen, Migräne aber auch Burnouts würden zunehmen. "Wir sehen diese Diskussion als Chance für eine neue Arbeitzeitkultur im Interesse aller. Es geht uns darum die Menschen im Erwerbsleben gesund zu erhalten, neue Arbeitsplätze zu schaffen und unsere Unternehmen noch produktiver zu machen", so Hundstorfer abschließend. (Schluss) sv

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