Kaske zu Überstunden: Begrüßen Vorstoß zur fairen Verteilung der Arbeit

Im Niedriglohnbereich höhere Grundlöhne wichtige Voraussetzung

Wien (vida/ÖGB) - "Wir begrüßen, dass in der Debatte zum Thema Überstunden und Arbeitszeitverkürzung Bewegung kommt", sagt vida-Vorsitzender und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske zur heutigen Pressekonferenz von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum Thema "neue Arbeitszeitregeln - weniger Überstunden." Eine faire Verteilung der Arbeit sei dem ÖGB aus beschäftigungs- und gesundheitspolitischer Sicht ein wichtiges Anliegen. "In der Praxis ist die Reduktion der Überstunden aber nicht in allen Branchen ohne weiteres machbar. Vor allem in den Niedriglohnbranchen braucht es erst höhere Grundlöhne, damit die ArbeitnehmerInnen nicht aus finanziellen Gründen von den Überstunden abhängig sind", sagt Kaske.++++

Der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher begrüßt den Vorstoß des Sozialministers zur Einschränkung der All-in-Verträge und zum Einbezug der freien DienstnehmerInnen in das Arbeitszeitgesetz. "Wir haben wiederholt gefordert, dass freie DienstnehmerInnen in das Arbeitszeitgesetz einbezogen werden so wie sie überhaupt in die Schutzbestimmungen des Arbeitsrechts einbezogen werden müssen." Ebenso werden von der Gewerkschaft höhere Strafen bei Manipulation der Zeiterfassungssysteme für notwendig erachtet.

Auch das Anliegen des Sozialministers, die zulässigen Überstunden zu reduzieren, gehe in die richtige Richtung. "Zwischen den einzelnen Branchen gibt es hier sehr große Unterschiede, sowohl was die Häufigkeit von Überstunden als auch das Lohnniveau betrifft. Im Niedriglohnbereich kommen derzeit viele ohne das Leisten von Überstunden nicht über die Runden." Eine deutliche Anhebung des Grundentgelts sei hier Voraussetzung, um die Arbeitszeitverkürzung lebbar zu machen. "Wir begrüßen, dass die Debatte über die Umverteilung der Arbeit durch die heute präsentierte Umfrage des Sozialministeriums neue Impulse erhält. Das Thema wird bei den Kollektivvertragsverhandlungen von den Gewerkschaften sicher aufgegriffen werden."

ÖGB, 13. August 2009 Nr. 488

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