AUGE/UG zu Hundstorfer/Überstunden: "Glücklich ist, wer vergisst ..."

Ausgerechnet unter ÖGB-Präsident Hundstorfer Möglichkeit zu Überstunden-Ausweitung beschlossen! AUGE/UG fordert höhere Krankenversicherungsbeiträge bei Überstunden.

Wien (OTS) - "Es ist ja ausgesprochen erfreulich, wenn nun auch
der Arbeits- und Sozialminister Hundstorfer erkennt, dass der Kampf gegen krank machendes Überstundenwesen aufgenommen werden muss. Wir erinnern uns allerdings auch daran, dass unter der Ära des ÖGB-Präsidenten Hundstorfer eine Arbeitszeitflexibilisierung im Parlament beschlossen worden ist, welche die Möglichkeiten zu einer deutlichen Ausweitung der Überstundenarbeit geschaffen hat. Nicht gegen, sondern mit voller Zustimmung der Gewerkschaften, die dieses Gesetz auch noch als ganz großen Wurf gefeiert haben. Nach dem Motto 'Glücklich ist, wer vergisst' will das Hundstorfer nun offensichtlich vergessen machen," erinnert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen und Bundessekretärin der UG-Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB.

"Dass die österreichischen ArbeitnehmerInnen in Punkto Arbeitszeiten eine Spitzenposition in Europa einnehmen, regelmäßiges Ableisten von Überstunden gesundheitsschädigend ist und private Beziehungen darunter leiden ist ja keine neue Erkenntnis, sondern seit Jahren bekannt. Umso unverständlicher war die Zustimmung des ÖGB zu einer möglichen Ausweitung der Überstundenarbeit", so Klaudia Paiha weiter.

Dass selbst in Krisenzeiten und bei steigender Arbeitslosigkeit die Zahl geleisteter Überstunden nicht wesentlich gesunken ist, belegt für die Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen einmal mehr, dass Überstunden unabhängig von der konjunkturellen Lage erbracht werden. "Überstunden sind damit längst ein strukturelles Problem. Ein radikaler Abbau von Überstundenarbeit würde zu einer gerechteren Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit führen und wäre vor allem ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung der Erwerbsarbeitslosigkeit. Ein konkretes und wirkungsvolles Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Überstundenunwesens ist Hundstorfer allerdings schuldig geblieben", kritisiert Paiha.

Progressive Krankenversicherungsbeiträge pro zusätzlich geleisteter Überstunde

Die AUGE/UG fordert als erste Maßnahme gegen das Überstundenunwesen eine progressive Steigerung der arbeitgeberseitigen Krankenversicherungsbeiträge ab der 41. Wochenstunde: "Für jede zusätzlich geleistete Überstunde sollen die Krankenversicherungsbeiträge progressiv und deutlich steigen. Das macht Überstundenarbeit für Arbeitgeber unattraktiver und wäre ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung unseres Gesundheitssystems. Da lange Arbeitszeiten auf Kosten der Gesundheit und damit auch des Gesundheitssystems gehen, ist es nur gerecht, wenn höhere Beiträge geleistet werden." Zusätzlich fordert die AUGE/UG ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Überstundenarbeit. Paiha:
"Gesundheitsschädigendes Verhalten soll nicht auch noch steuerlich belohnt werden." Prinzipiell sei die Anzahl zulässiger Überstunden gesetzlich wieder stärker einzuschränken.

Im Rahmen des Arbeitsrechts will die AUGE/UG Möglichkeiten schaffen, Unternehmen ab einem bestimmten Ausmaß von regelmäßig und dauerhaft erbrachten Überstunden, zur Einstellung neuer Arbeitskräfte zu verpflichten. Der Gesetzgeber soll zu entsprechenden Verhandlungen die Kollektivvertragsparteien ermächtigen: "Verpflichtungen zu Neueinstellungen bei dauerhafter Überstundenarbeit sollen über Kollektivverträge und darauf basierende gesetzlich neu zu verankernde erzwingbare Betriebsvereinbarungen erfolgen. Jedenfalls reicht es nicht, nur zu appellieren und zu bedauern", schließt Paiha.

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Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/
Unabhängige GewerkschafterInnen
Klaudia Paiha, Bundessprecherin, Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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