Berlakovich: 15a-Vereinbarung bringt Durchbruch für Klimaschutz im Gebäudebereich

Neue 15a-Vereinbarung für Ökologisierung im Wohnbau tritt in Kraft - forciert Umstieg auf erneuerbare Energie und mehr Energieeffizienz

Wien (OTS) - Heute, Donnerstag, tritt die neue 15a-Vereinbarung in Kraft, die Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen als Kriterium bei der Wohnbauförderung und der Bauordnung festlegt. "Diese Reform der Wohnbauförderung bedeutet einen Durchbruch für den Klimaschutz im kritischen Sektor Raumwärme. Ich erwarte mir jetzt von den einzelnen Bundesländern rasche Schritte, um die Umsetzung dieser CO2- und energiesparenden Maßnahmen mit entsprechenden Mitteln anzukurbeln. Wir brauchen schnell mehr erneuerbare Energie und eine höhere Energieeffizienz im Wohnbau, damit wir unsere Klimaschutzziele fristgerecht erreichen und unseren Österreicherinnen und Österreichern die Leistbarkeit und die Versorgungssicherheit bei Energie garantieren können", appellierte Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich des Inkrafttretens der neuen 15a-Vereinbarung zum ökologischen Wohnbau an die Länder.

Mit dem Land Salzburg hat jetzt auch das letzte der neun Bundesländer die Voraussetzungen für das Inkrafttreten der 15a-Vereinbarung erfüllt. Damit gelten bundesweit neue Klimaschutzkriterien für die Bereiche Wohnbauförderung und Baurecht sowie bei öffentlichen Gebäuden und begleitenden Instrumenten des Bundes. "Der moderne, soziale Wohnbau ist ohne Berücksichtigung von Energieeffizienzmaßnahmen und CO2-Einsparungspotenzialen undenkbar. Vom Einsatz unserer innovativen heimischen Umwelttechnik und unserem Potenzial an erneuerbarer Energie profitieren Umwelt, Wirtschaft, Arbeitsmarkt und jede und jeder Einzelne durch mehr Lebensqualität und geringere Energiekosten", betonte Umweltminister Berlakovich.

Neue Kriterien für die Fördervergabe im Wohnbau

Für die Auszahlung der Wohnbaufördergelder durch die Länder müssen Neubauten, die Fördermittel erhalten, ab 2012 sehr ambitionierte Wärmeschutzstandards einhalten: 36 kWh/m2 pro Jahr für ein Einfamilienhaus, bzw. 20 kWh/m2 pro Jahr im mehrgeschossigen Wohnbau. Zusätzlich müssen moderne, klimarelevante Heizungs- und Warmwassersysteme als Förderungsvoraussetzung (insbesondere Erneuerbare Energien, KWK-Fernwärme) zum Einsatz kommen, mit Öl beheizte neue Gebäude erhalten keine Wohnbaufördermittel.

Auch für den Bereich der thermischen Sanierung gelten neue Voraussetzungen. Der unsanierte Gebäudebestand aus den Jahren 1945 bis 1980 soll weitestgehend thermisch saniert werden, wofür es auch deutliche finanzielle Anreize geben soll. Darüber hinaus gelten neue Zielwerte für den zu erreichenden Heizwärmebedarf durch die energetische Sanierung von Gebäuden bzw. eine Mindestreduktion gegenüber dem Ausgangswert. Über den Bauordnungsstandard gelten mit der neuen 15a-Vereinbarung auch Wärmeschutz-Vorgaben für die Sanierung einzelner Bauteile. Bei der Öl- und Gasheizungserneuerung wird ausschließlich moderne Brennwerttechnik gefördert, wenn diese mit Solaranlagen kombiniert und die thermischen Verbesserungsmöglichkeiten an der Gebäudehülle überprüft werden.

"Durch den Umstieg auf moderne Holzheizungen oder Pelletskessel, kombiniert mit einer thermischen Solaranlage und einer optimalen Wärmedämmung kann ein Haushalt bis zu 50 Prozent Energie einsparen. Das sind 50 Prozent weniger Kosten, 50 Prozent weniger CO2, aber gleichzeitig mehr Umsatz für die heimische Umwelttechnikbranche, mehr heimische Energieproduktion und sichere Green Jobs. Die neue 15a-Vereinbarung unterstützt damit ein umfassendes und nachhaltiges Energiekonzept, wie wir es mit der "Energiestrategie Österreich" gerade erarbeiten", unterstrich Umweltminister Berlakovich.

Neue Maßnahmen bei der Bauordnung

Bei der Bauordnung wird durch die neue Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zum ökologischen Wohnbau die Wärmeschutz-Richtlinie 6 des Österreichischen Instituts für Bautechnik durch alle Länder umgesetzt und der Bauordnungsstandard im 5-Jahresrhytmus schrittweise verbessert. Bei öffentlichen Gebäuden erfolgt bei Neubau und Sanierung eine Orientierung an den Förderungsstandards für den Wohnbau. Das bedeutet ein deutliches Hinausgehen über Bauordnungsstandards sowohl hinsichtlich Gebäudehülle (Wärmeschutz) als auch hinsichtlich der Wahl der Energiesysteme. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.

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