AKNÖ: Fahrlässige Verkaufspraxis bei Lebensversicherung

Böses Erwachen: Von 109.000 bleiben 17.780 Euro

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ) - Ein 60-Jähriger investierte 109.000 Euro in eine fondsgebunde Lebensversicherung der Nürnberger Versicherung AG Österreich. Neun Jahre später sind daraus 17.780 Euro geworden. "Der Mann wurde falsch beraten. Hier haben alle Finanzdienstleister Handlungsbedarf, sie müssen verstärkt Schulungen anbieten. Die Kunden müssen informiert werden, wie viel Geld von der Prämie für Nebenkosten und Risikokosten aufgewendet wird", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Maximilian U. aus dem Bezirk Korneuburg schloss im Jahr 2000 bei der Nürnberger Versicherung AG Österreich eine fondsgebunde Lebensversicherung ab. Dazu hat er 109.000 Euro auf einmal eingezahlt. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren sollten laut Modellrechnung mit acht Prozent Verzinsung am Ende 238.201 Euro herauskommen. Mitverkauft wurde ihm ein 200prozentiger Ablebensschutz. Dieses Jahr erhielt der Mann die Nachricht, dass von der eingezahlten Summe nur mehr 17.780 Euro übrig wären, zu diesem Zeitpunkt hätte das Kapital laut Modellrechnung allerdings schon über 220.000 Euro betragen müssen. Entsetzt wandte er sich an die AKNÖ. "Herr U. wurde beim Abschluss nicht darüber informiert, dass sich die hohen Risikokosten durch den Ablebensschutz katastrophal auf sein Kapital auswirken werden", erklärt AKNÖ- Konsumentenschutzexperte Mag. (FH) Manfred Neubauer. Er hält es für unentschuldbar, dass einem 60-Jährigen eine Versicherung zu diesen Konditionen verkauft wird:
"Schon für einen 25-Jährigen ist das Produkt fragwürdig, es einem 60-Jährigen zu verkaufen, kann ich nur als fahrlässig bezeichnen."

Versicherungsbranche hat Handlungsbedarf: AKNÖ fordert Kostenwahrheit "Hier muss die Versicherungsbranche mit Schulungen reagieren und ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, die Kunden besser zu beraten", sagt AKNÖ-Präsident Haneder. Im vorliegenden Fall wurde der Kunde erst Jahre später von der Versicherung über das Produkt aufgeklärt: "Besonders der von Ihnen gewählte Versicherungsschutz ist ein hoher Kostenfaktor." "Dass die gewählten Fonds eine ‚Performance‘ von mehr als minus 50 Prozent hingelegt haben, macht die Veranlagung wirklich dramatisch", sagt Experte Manfred Neubauer. Schon bei einer herkömmlichen Er- und Ablebensversicherung bleiben nur 70 bis 80 Prozent reiner Sparanteil über, in diesem Fall ist das Verhältnis noch schlechter. "Wir fordern, dass der Konsument über die wahre Kostenbelastung und die mögliche schlechte Performance von Fonds informiert wird. Und wir fordern, dass die in der Versicherungsbranche Tätigen nicht zuletzt zu ihrer eigenen Sicherheit ausreichend geschult werden", erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Rückfragehinweis: AKNÖ-Konsumentenberatung, Mag. (FH) Manfred Neubauer, 05 7171-1335

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