ÖAMTC-Crashtest Auto gegen Auto zeigt Schwächen im Insassenschutz

Seitliche Abweiser und Notbremssystem können Leben retten

Wien (OTS) - Moderne Fahrzeuge werden immer sicherer. Aktuelle
Tests belegen das hohe Niveau des Eigenschutzes, zeigen allerdings starke Defizite im Partnerschutz. Um herauszufinden, wo die Schwächen liegen und wie man sie beheben kann, führte der ÖAMTC einen Crashtest Auto gegen Auto durch. Dabei zeigten sich Mängel im Insassenschutz durch fehlende seitliche Verstärkungen. "Bei einem zweiten Versuch wurden die gleichen Fahrzeuge seitlich mit Deflektoren verstärkt und mit einem Notbremssystem ausgestattet. Dabei konnten die Belastungswerte für die Insassen im Durchschnitt um 35 Prozent reduziert werden. Das ist eine Sicherheitsreserve, die im Ernstfall Leben retten kann", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Der erste Crash war so angelegt, dass zwei völlig gleiche, aktuelle 5-Sterne-Fahrzeuge mit geringer Überdeckung aufeinanderprallten. Das bedeutet, es treffen weniger als 30 Prozent der Fahrzeugbreite aufeinander. "Bei einem Frontalcrash nehmen normalerweise die Längsträger im Auto die Energie auf. Das funktioniert nur, wenn die Fahrzeuge auch im Bereich dieser Strukturen aufeinander treffen", erklärt der ÖAMTC-Experte. In der Realität findet aber mehr als jeder fünfte Frontalunfall mit geringer Überdeckung statt. "Bei solchen Unfällen zeigt sich, dass die zum Energieabbau angelegten Strukturen verfehlt werden. Es kommt zu schweren Deformationen der A-Säule und des Fußraumes. Die Folge für die Insassen ist ein sehr hohes Risiko für schwere Verletzungen im Beinbereich", erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Beim zweiten Crash waren die Testbedingungen gleich, für höhere Insassensicherheit sorgten ein seitliches Deflektorschild und ein Notbremssystem. Der seitliche Abweiser ließ die Fahrzeuge beim Crash aneinander abgleiten, das Notbremssystem brachte die Autos in der Folge sicher zum Stehen.

ÖAMTC-Experte ortet Handlungsbedarf bei Herstellern und Gesetzgebern

Der Crashtest des ÖAMTC, der in Zusammenarbeit mit dem Schwesterclub ADAC durchgeführt wurde, zeigt, dass die Längsträger-Struktur durch zusätzliche verformbare Elemente und seitliche Deflektoren erweitert werden sollte, um den Eigenschutz zu gewährleisten. "Um ein Verfehlen zu vermeiden und Lasten gleichmäßiger zu verteilen, sollte die Karosserie mit mehreren vorderen Lastpfaden verstärkt werden. Eine Notbremsung muss nach einer Kollision über die Airbagsensorik und ESP eingeleitet werden, um das Fahrzeug rascher zum Stillstand zu bringen", ortet der ÖAMTC-Experte Handlungsbedarf bei Herstellern und Gesetzgebern.

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