Neue Grippe: Behandlung zuhause reicht in meisten Fällen aus

Neue Empfehlung des BMG bei Versorgung von A(H1N1)-Infizierten

Wien (OTS) - Gesundheitsminister Alois Stöger informierte heute, Freitag, über neue Empfehlungen im Umgang mit der Neuen Grippe. Aufgrund der Erkenntnisse durch eine intensive Beobachtung der Krankheitsverläufe und der Verbreitung des Virus in Österreich sowie auf Basis der internationalen Erfahrungswerte wird das heimische Versorgungssystem umgestellt. Jene Personen, die keiner Risikogruppe angehören, sollen hinkünftig nach einer ersten medizinischen Diagnostik nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden, sondern im Regelfall eine Woche zu Hause bleiben. Bei Angehörigen von Risikogruppen - wie etwa chronische Kranke oder Schwangere -empfiehlt das Ministerium zwei Tage Spitalsaufenthalt und die weitere Behandlung daheim, sofern keine Komplikationen auftreten. Die Letztentscheidung obliegt wie schon bisher in jedem Einzelfall der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt.

Dieser Wechsel von der "Containment"- auf die "Mitigation"-Strategie wurde bereits in zahlreichen europäischen Ländern vollzogen und nun auch vom Expertenstab des Gesundheitsministeriums empfohlen. Beim "Containment" wird jeder Einzelfall beobachtet, isoliert und im Labor getestet, um eine Verbreitung möglichst zu stoppen. "Mitigation" bedeutet, Einzel-Labortests zu reduzieren und das Umfeld großflächiger in die Behandlung miteinzubeziehen. Die bisherige Erfahrung mit der Neuen Grippe zeigte einerseits, dass sich das Virus sehr rasch von Mensch zu Mensch überträgt, der Krankheitsverlauf in den allermeisten Fällen jedoch ein sehr milder war.

Neues Merkblatt Influenza

Alle Patientinnen und Patienten bzw. deren Angehörige werden vom behandelnden Arzt mit Merkblättern des Gesundheitsministeriums versorgt, sofern sie in "Heimquarantäne" entlassen wurden. Diese Merkblätter enthalten alle Informationen zur Erkrankung, zu möglichen Komplikationen, zu Übertragungswegen und Empfehlungen zum weiteren Umgang.

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0090806_heimquarantaene_7.8.09.pdf

Die Behandlung der Neuen Grippe in den eigenen vier Wänden unterscheidet sich nicht von der einer saisonalen Grippe. So ist der Kontakt mit weiteren Personen auf ein Minimum einzuschränken. Minister Stöger appelliert an die Patientinnen und Patienten, aus Rücksicht auf die Mitbürgerinnen und Mitbürger ein verantwortungsbewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Ebenso sei es ratsam, erinnert der Gesundheitsminister, dass der täglichen Händehygiene eine besonders wichtige Rolle zukommt. Mehrmaliges Händewaschen pro Tag sei die effizienteste Maßnahme, die Weiterverbreitung der Neuen Grippe einzudämmen.

Die Zahl der positiven Fälle in Österreich liegt gegenwärtig bei 192. In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Infektionen stetig an, wenngleich die Gesamtzahl der Fälle in Österreich im internationalen Vergleich als niedrig zu bewerten ist. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, handelte es sich um Übertragungen in anderen Ländern. Die Verbreitung in Österreich konnte bis dato hintangehalten werden. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Neuinfektionen im Herbst witterungsbedingt stark steigen wird.

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