Missverständliche Medienberichte zur Pensionskassenproblematik

PEKABE berichtigt weitverbreitete Irrtümer

Wien (OTS) - In den letzten Tagen hat es in den Medien teilweise missverständliche Berichte zu diesem Thema gegeben (Oe1 Mittagsjournal vom 1., Artikel in der Presse v. 3.August). Dazu einige grundlegende Klarstellungen zu Fakten, die immer wieder falsch interpretiert werden:

Was bedeutet der sog. Rechnungszins wirklich? Bei rund zwei Drittel der 550.000 Pensionskassenberechtigten wurden in jahrzehntelangem Berufsleben in Form von einbehaltenen Lohnbestandteilen angesparte Pensionsansprüche von den Dienstgebern um bis zu 7,5% auf die versicherungsmathematische Laufzeit abgezinst und diese reduzierten Kapitalien wurden in Pensionskassen übertragen, d.h. die Dienstgeber haben sich rund 60% der den Mitarbeitern geschuldeten Ansprüche erspart und diesen Teil ihrer vertraglichen Zahlungsverpflichtung dem Zufall künftiger Finanzmärkte überlassen. Es geht also nicht um die Verzinsung eines bestimmten Kapitals für die Zukunft - ein Irrtum, der weitverbreitet ist und seitens der Pensionskassen gerne stillschweigend akzeptiert wird. Wenn man aber von einer realistischen langjährigen Durchschnittsperformance von etwa 2,5% als Grundlage eines seriösen Rechnungszinses ausgeht, müssten also die (ehemaligen) Dienstgeber der Betroffenen einen Teil der seinerzeit auf Kosten der Mitarbeiter ersparten Kapitalvolumina nachschießen. Da sie aber der Staat durch ein extrem unternehmensorientiertes Pensionskassengesetz dieser Verpflichtung entledigt und ihnen Rechnungszinsen in unrealistischer Höhe zugestanden hat, ist es nur recht und billig, auch ihn im Sinne der Amtshaftung zur Auffüllung der Lücke heranzuziehen.

Für die Mitarbeiter, deren Dienstgeber die Zusatzpensionszahlung in die Pensionskassen ausgelagert hatten, gab es keine Wahl, sie wurden per Stichtag vor die Alternative dieser Pensionsänderung gestellt. Die Vertragsänderung wurde von den Betriebsräten rechtsgültig im Namen der Mitarbeiter mit Firmenleitung und Pensionskassa beschlossen, die Betroffenen waren also nicht Vertragspartner, sondern es handelte sich um einen "Vertrag zu Ungunsten Dritter"!

Den Betroffenen, denen man in den Informationsveranstaltungen teilweise sogar eine leistungsorientierte Pensionskassenpension vorgetäuscht hat (also eine, bei der die Dienstgeber die allf. Rechnungszinsdifferenz aufzahlen), Zinsengier als Motiv für den Wechsel in die Pensionskassen zu unterstellen, ist daher falsch und absolut ungerechtfertigt. Auch der Vergleich mit privaten Wertpapierveranlagungen und Sparplänen geht somit ins Leere.

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Günter Braun
Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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