Frauennotruf: Häusliche Gewalt steigt in der Urlaubszeit

Sicherheitstipps für Frauen

Wien (OTS) - "Zeiten, die sich vom sonstigen Alltag abheben wie
etwa Urlaubszeit, Schulferien und Kindergartenpause führen oft zu vermehrten Konflikten in den Familien bzw. in der PartnerInnenschaft und bergen das Risiko erhöhter Aggression und Gewaltbereitschaft", berichtet Mag.a Barbara Michalek, Leiterin des 24-Stunden Frauennotrufes der Stadt Wien.****

Die alltäglichen, "normalen" Strukturen fallen in Urlaubszeiten weg. Die Familienmitglieder verbringen mehr Zeit miteinander, die arbeitsfreie Zeit ist oft mit einer hohen Erwartungshaltung verbunden, die leicht enttäuscht werden kann. "Bei einer niedrigeren Frustrationstoleranz und unzureichenden Konfliktlösungsstrategien im familiären System können dann kleine Spannungen und Konflikte ausreichen, um einen Streit zu entzünden, der schlimmstenfalls in Gewalt mündet. In den meisten Fällen sind Frauen und Kinder die Opfer und Männer diejenigen, die Gewalt ausüben", so Michalek.

Gewalt und sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum

Auch bei sommerlichen Freiluft-Veranstaltungen, bei denen der Alkoholkonsum oft hoch ist, sinkt die Hemmschwelle für Grenzüberschreitungen und es kommt leichter zu sexuellen Übergriffen gegenüber Mädchen und Frauen, wissen die ExpertInnen des 24-Stunden Frauennotrufs der Stadt Wien. "Sexuelle Belästigungen und Übergriffe sind Gewalttaten und keine Kavaliersdelikte", hält Frauenstadträtin Sandra Frauenberger fest. "Verhaltensregeln im Miteinander, die die Grenzen jeder einzelnen Frau respektieren, müssen eingehalten werden!"

Empfehlung bei akuter Gewalt

"Wien verfügt österreichweit über eines der dichtesten Opferschutznetze. Mein Ziel ist es, dass jede Frau in dieser Stadt ein sicheres und selbstbestimmtes Leben führen kann. Der 24 Stunden Frauennotruf leistet dazu einen zentralen Beitrag", so Frauenberger. Die Beraterinnen des 24-Stunden Frauennotrufes sind für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind, rund um die Uhr unter der Telefonnummer 01/71719 oder auch per E-Mail unter frauennotruf@wien.at erreichbar. Neben telefonischer, persönlicher und Online-Beratung werden Gewaltopfer - wenn sie das wünschen - auch zur Polizei oder ins Krankenhaus begleitet. Alle Angebote sind kostenlos und können anonym in Anspruch genommen werden.

Die Beraterinnen des 24-Stunden Frauennotrufes raten, bei akut drohender Gewalt unbedingt Hilfe zu holen und die Polizei (Polizeinotruf 133) zu rufen. "In der Regel hört die Gewalt nicht auf, unsere Erfahrungen zeigen, dass Gewalt in Beziehungen mit der Zeit massiver wird und die Intervalle zwischen den Gewalttaten kürzer werden. Wichtig ist auch, sich nach Außen zu wenden und aus der Isolation herauskommen. Die Gewalt darf kein Geheimnis bleiben, das schützt den Täter und schwächt die Opfer", so Michalek.

Oft ist die Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle ein wesentlicher erster Schritt für die betroffene Frau, über das Erlebte zu sprechen und sich über ihre Situation klarer zu werden. Die Mitarbeiterinnen des 24-Stunden Frauennotrufes sind Expertinnen, die neben psychologischer und sozialer Beratung auch Informationen über rechtliche Interventionsmöglichkeiten anbieten.

Sicherheitstipps

"Wien ist eine sichere Stadt. Dennoch sollten Frauen zu ihrem eigenen Schutz einige Verhaltensregeln einhalten", rät Barbara Michalek:

o Speichern Sie sich Notruf-Nummern in Ihr Handy: Polizeinotruf 133, 24-Stunden Frauennotruf (0-24 Uhr) 01/71719, Wiener Frauenhaus Notruf (0-24 Uhr ) 05 77 22 o Halten Sie ein Not-Pfeiferl oder einen Alarmpieper bereit, um in Situationen, in denen Sie sich belästigt oder bedrängt fühlen, Aufmerksamkeit zu erregen. Machen Sie sich bemerkbar! o Wenn Sie sich unsicher dabei fühlen, alleine irgendwo hinzugehen, bitten Sie FreundInnen, Sie zu begleiten. o Vermeiden Sie es generell, unbeleuchtete Stellen oder Plätze im Freien oder im Gebüsch aufzusuchen. Benützen Sie nur öffentliche WC-Anlagen. o Es ist nicht notwendig, dass Sie sich von Zufallsbekanntschaften nach Hause bringen lassen. Es gibt öffentliche Verkehrsmittel rund um die Uhr und sogar ein Lady-Taxi. o Achten Sie stets auf ihre persönlichen Gegenstände (Tasche, Handy, Schlüssel). o Nehmen Sie keine Getränke von Unbekannten an (k.o.-Tropfen). o Achten Sie auf Ihre persönlichen Grenzen, Sie allein bestimmen, wie nahe Ihnen jemand kommen darf. o Hat jemand Ihre Grenzen überschritten, Sie belästigt oder Ihnen Gewalt angetan? Sind Sie von Gewalt bedroht? Die Mitarbeiterinnen des 24-Stunden Frauennotrufes sind rund um die Uhr für Sie da.

Informationsbroschüren

Mehr Informationen bieten die "Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen" und der Servicefolder "10 Jahre Beratung im Frauennotruf der Stadt Wien". Die Broschüren sind in den Sprachen Deutsch, Englisch, Türkisch, Serbisch/Kroatisch/Bosnisch sowie in Arabisch, Chinesisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Tschechisch erhältlich. Bestellen Sie die Broschüren und ein Not-Pfeiferl kostenlos bei der MA 57 - Frauenabteilung der Stadt Wien unter 01/4000/83518 oder www.frauen.wien.at . (Schluss) lac

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Mag.a Marianne Lackner
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Telefon: 01 4000-81853
E-Mail: marianne.lackner@wien.gv.at

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