Wiener Kinderwelten: Zwei Führer durch eine aufregende Zeit

Wien (OTS) - Kinderkochkurse hier, Kinderbesuchsrechte von Mutter und Vater dort: Während "Kind in Wien" (Falter Verlag) wieder einmal eine große Fülle an verschiedensten Aktivitäten und Infos zu den ersten zehn, zwölf Jahren bereit hält, schildert der aktuelle Bericht der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft (KIJUWA) für das Jahr 2008 eher von den Schwierigkeiten und Problemen, die es bereits in den jungen Jahren eines Lebens geben kann. Hell und dunkel da zu unterscheiden, wäre zu einfach. Nicht zu unrecht greifen sowohl die Autoren des "Kind in Wien", wie auch des Lageberichtes etwa die vielfältigen Möglichkeiten und Problemlagen der Neuen Medien auf. Gewaltverherrlichende Spiele, aber auch zu hohe Handy-Kosten sind Probleme, die schlichtweg überall existieren. Im neuen Falter-Buch räumt man hierfür neben Tipps auch Bernhard Jungwirth von der Initiative "Saferinternet.at" Platz für ein informatives Interview ein, im großformatigen Bericht der Jugendanwälte gibt es brauchbare Infos zum Thema "Novelle PC-Spiele". Großen Raum nimmt im Bericht auch das "kleine Glücksspiel" ein, das nicht selten zu Geldschulden unter Jugendlichen führt.

Vielleicht täuscht es, aber es scheint, dass unter den zighunderten Tipps für Kinder und Eltern im "Kind in Wien" der Anteil an "learning by doing"-Angeboten gestiegen ist. Unter "Das möchte ich auch können" listet der schlaue Führer auf etwa 40 Seiten unzählige Möglichkeiten zum Ausprobieren auf, von der Mitmach-Märchenstube über Heimwerken bis zum bereits erwähnten Kochen. Dem "multikulturellen Wien" widmet sich die aktuelle Ausgabe ebenso, wie etwa dem großen Thema "Schule".

Dass man auch als Stadt viel gegen ungewollte Zumutungen des Großwerdens unternimmt, weist der Jahresbericht der Kinder- und Jugendanwälte nach. Sei es eine lesenswerte kritische Stellungnahme über das Medienphänomen "Jugendgewalt", seien es deutliche Worte gegen die "g'sunde Watsch'n", die seit 1992 im Rahmen der Ratifizierung der Kinderrechtekonvention verboten ist. Besonders positiv hebt Anton Schmid, einer der beiden Wiener Kinder- und Jugendanwälte, im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz, die demnächst auch bundesweit gesetzliche Verankerung eines Kinderbeistandes vor Gericht hervor. Weitere Forderungen der Kinder-und Jugendanwälte sind ein bundesweit halbwegs einheitliches Jugendschutzgesetz oder die Verankerung der Kinderrechte in den Verfassungsrang. Insgesamt 3.192 Fälle und Anfragen listet der Tätigkeitsbericht für 2008 auf, 57 Prozent der Anfragen stammten von Mädchen, 43 Prozent von Burschen. Sowohl der besprochene Jahresbericht, wie auch sämtliche Berichte bis ins Jahr 2004 sind im Internet gratis zum Download bereitgestellt ( www.wien.gv.at/menschen/kja/berichte/index.html ).

o "Kind in Wien", erschienen im Falter Verlag ( www.falter.at ), Wien 2009, 552 Seiten, ISBN 978-3-85439-420-4, Euro 16,50 Monika Pinterits, Anton Schmid (Hg.), Bericht der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft 2008, 88 Seiten, Wien 2009 ( www.kja.at )

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