Berlakovich appelliert an Touristinnen und Touristen: Geschützte Arten sind keine Urlaubssouvenirs

Neues Artenhandelsgesetz für besseren Schutz gefährdeter Arten und effizientere Sanktionierung

Wien (OTS) - Alleine 2008 wurden in Österreich an lebenden verbotenen Arten ein grüner Leguan, zwei Hundskopfboas, zwei Teppichphythons und eine Rotwangen-Schmuckschildkröte beschlagnahmt. Weiters mussten aus dem Ausland zurückkehrenden ÖsterreicherInnen noch 1.600 unerlaubte Pflanzen wie etwa Kakteen oder Orchideen abgenommen werden. Darüber hinaus wurde die illegale Einfuhr von etlichen toten Exemplaren, nämlich 227 Korallen und Riesenmuscheln, 31 konservierten Kobras, sowie Elfenbeinschnitzereien und diversen Krokodillederprodukte versucht und von Zollbeamten entdeckt. Sogar ein toter Braunbär und ein Tiger wurden beschlagnahmt. "Durch überlegten Souvenirkauf und vor allem Nichtkauf kann jeder Urlauber und jede Urlauberin zum Artenschutz beitragen und sich selbst viel Ärger ersparen." Darauf weist Umwelt- und Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich anlässlich der Urlaubszeit hin und fordert alle TouristInnen auf, genau zu unterscheiden, welche Souvenirs man aus dem Urlaub mitnehmen darf und was nicht in die Reisetasche gehört.

Urlaubern, vor allem solchen, die exotische Länder besuchen wollen, empfiehlt Berlakovich, sich vor Reiseantritt über die Einfuhrbestimmungen für Tiere und Pflanzen genau zu informieren. "Im Zweifelsfall sollte man auf das Mitbringen von lebenden Souvenirs und von Andenken aus Tierprodukten besser verzichten", betont der Minister. Elfenbeinschmuck, Korallen, Muscheln, Schildkröten, Kakteen, Orchideen, Spinnen, Echsen, Pfeilgiftfrösche und Produkten aus Krokodilleder sollte ein verantwortungsvoller Tourist besser nicht mit nach Hause nehmen. Der Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten ist einer der Hauptgründe, warum viele Bestände in ihren Ursprungsländern mehr und mehr zurückgehen. Außerdem können sich die wenigsten exotischen Tiere an die Klimaverhältnisse in Mitteleuropa gewöhnen. Viele überleben nicht einmal den Transport.

Der Handel mit wildlebenden Tier- oder Pflanzenarten soll nun mit einem neuen Artenhandelsgesetz, das derzeit in Begutachtung ist, hinkünftig noch besser geregelt und Vergehen effizienter bestraft werden. So sollen Personen, die vorsätzlich oder fahrlässig wildlebende Tier- oder Pflanzenarten oder Teile und Erzeugnisse daraus ohne entsprechende Genehmigung einführen beziehungsweise mit diesen handeln, zukünftig gerichtlich verfolgt werden. Außerdem wird nur mehr die Zollbehörde für den Vollzug zuständig sein und es gibt strengere Kontrollbefugnisse und Nachweispflichten.

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