"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Alternativlos"

Trotz weiterer drohender SPÖ-Verluste hat Faymann intern nichts zu befürchten.

Wien (OTS) - Seit einem Jahr, seit dem 8. August 2008, hat Werner Faymann in der SPÖ das Sagen. Die Partei gab ihm einen hohen Vertrauensvorschuss. Er wurde mit 98,4 Prozent zum Vorsitzenden gekürt. Er dankte es ihr damit, dass er den Sozialdemokraten das Kanzleramt rettete. Der Wählerschwund war allerdings groß.
Er blieb nicht der einzige. Bei allen Wahlen während Faymanns Regentschaft - von denen in Ländern bis zu jenen in der AK - erlitten die Roten eine Niederlage. Bei der EU-Wahl fuhren sie gar das schlechteste Bundesergebnis aller Zeiten ein. Die nächsten Abstimmungen verheißen Faymann ebenfalls nichts Gutes. In Oberösterreich verliert die SPÖ laut einer aktuellen Umfrage acht Prozent. Vorarlberg war ohnehin nie rotes Pflaster.
Außer den Steirern kritisiert momentan kein Genosse den Vormann. Nach der Wahl ob der Enns könnte sich das ändern. Kanzlerbonus und Kanten gegenüber dem Koalitionspartner fehlen - das wird es wohl wieder heißen. Und die ÖVP wird sich über die Verwerfungen beim politischen Gegenüber freuen. Anders als bei seinem Vorgänger Gusenbauer wird es für Faymann aber keine Konsequenzen geben - mangels Personalalternative, die der jetzige SPÖ-Chef einst war.

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