SJÖ zu Hiroshima-Tag: "Gedenktag ist Anlass, ein Zeichen gegen Krieg und Aufrüstung zu setzen"

Wien (SK) - Anlässlich des morgigen 64. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki richtet Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), eine Grußbotschaft an die TeilnehmerInnen des Hiroshima-Tages 2009. ****

"Den diesjährigen Hiroshima-Gedenktag begehen wir zum einen vor dem Hintergrund von 20 Jahren Ende des Kalten Krieges. Seit dem Ende des "Gleichgewichts der Kräfte", haben sich nicht nur die internationalen Beziehungen, die Form der politischen Auseinandersetzung zwischen den Großmächten, in wesentlichem Maße verändert, auch der Charakter der Kriege und kriegerischen Konflikte hat sich seit Beginn der 90er Jahre gewandelt. Kriege finden zunehmend von staatlicher Kontrolle entzogen statt und die Bedeutung privater Akteure am Kriegsgeschehen nimmt zu.

Dennoch verfügen die Großmächte nach wie vor über ein riesiges Arsenal an Nuklearwaffen, die auch im 21. Jahrhundert eine reale Bedrohung für die Welt darstellen. Die Atomtests in Nordkorea und das Nuklearprogramm im Iran stellen ein Sicherheitsrisiko dar, dem sich die Internationale Gemeinschaft mit verstärkter Vehemenz annehmen muss.

Wir begehen den Gedenktag auch vor dem Hintergrund einer Neuorientierung der US-Außenpolitik unter Barack Obama. Die ersten Schritte der US-Administration zu einer Abrüstungspolitik sind zweifellos zu begrüßen, wobei angesichts des wieder wachsenden Engagements in Afghanistan noch nicht von einer neuen Friedenspolitik der USA gesprochen werden kann. In jedem Fall sind diese ersten Schritte als Fortschritt und Paradigmenwechsel zur aggressiven Außenpolitik unter George W. Bush zu sehen und zu unterstützen.

Gefordert ist aber ohne Zweifel die Europäische Union, die gerne als das größte Friedensprojekt des 20. und 21. Jahrhunderts gesehen wird. Will sie dieses sein, so muss die EU jede Chance nutzen, als Friedenstifterin zu wirken und ihre Verantwortung gegenüber der Weltgemeinschaft wahrzunehmen. Anstatt eine militärische Aufrüstungsstrategie zu wählen, wie im Lissabon-Vertrag vorgeschlagen, muss die EU als Friedensunion jegliche Abrüstungsinitiative unterstützen und diesen Weg selbst vorzeichnen.

Der Hiroshima-Tag ist Gedenken an jene hunderttausende Opfer, die binnen Minuten durch den ersten Abwurf einer Atombombe ihr Leben verloren haben, und Mahnung sowie Anlass zugleich, ein Zeichen zu setzen, gegen Krieg und Aufrüstung. Und gegen eine Welt, in der die ökonomischen Interessen weniger das Schicksal vieler Menschen bestimmen.

Der Hiroshima-Tag ist mehr als ein historischer Gedenktag. Er ist aktuelle Mahnung, sich für eine Welt ohne Atomwaffen und Krieg einzusetzen und er ist Mahnung, die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Kriege hervorrufen, grundsätzlich in Frage zu stellen und für deren Veränderung zu kämpfen! Nie wieder Krieg!" (Schluss) mo/mp

Rückfragehinweis: Philipp Lindner, SJÖ-Pressesprecher, 0699/81 25 22 41

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0002