FP-Frank(2): Lösungsansätze zum Erhalt der Werkbundsiedlung

Wien, 04-08-2009 (fpd) - Da sich die Stadt Wien allem Anschein
nach ihrer Verantwortung nicht bewusst sei bzw. nicht den Eindruck erweckt, als würde sie ernsthaft nach Lösungen zum Erhalt dieses baulichen Gesamtkunstwerkes suchen, habe sich die FPÖ-Wien dieser wertvollen Sache angenommen. FP-Gemeinderätin Henriette Frank schlägt als möglichen Lösungsansatz vor, Teile des denkmalgeschützten Baus als Museum, Veranstaltungszentrum und auch als Pension für Interessierte zu verwenden, so dass ein Teil der Investitionen auch wieder zurückkomme. Denn der Architekturtourismus würde in der Bundeshauptstadt im Bezug auf alte Bauten völlig außer Acht gelassen. Als Beispiel für gelungene Sanierung mittels einer Stiftung könne das "Haus Schminke" von Scharoun in Löbau genannt werden. Außerdem verpasse Wien mit ihrer Untätigkeit das neu erwachte Interesse der Menschen für jene alten Bauten. Das Bewusstsein dieser Epoche sei schon vor geraumer Zeit wieder in den Vordergrund gerückt. Deutschland habe dies bereits erkannt und jene alten Bauten aus den 20er und 30er Jahren geschmackvoll mit Neuem und Modernem kombiniert, was zu einem neuen Trend wurde und sich bei den Bürgern großer Beliebtheit erfreute. Wien verschläft auch diese Modeerscheinung, "die Renaissance der Moderne", gänzlich, kritisiert Frank.

Das Wesentliche an den Bauten der 20er und 30er Jahre sei vor allem, dass Handwerk mit Industrie verbunden wurde. Diese Gebäude waren sozusagen ein Gesamtkunstwerk, wo Material, Farben und Einrichtung zusammengehörten und eine Einheit bildeten. Der Raum als solches wurde zum Zentrum. Wesentlich war auch die Beziehung zur Natur. Die Räume hatten Blickbeziehungen zum vorhandenen Garten. Zudem war das sinnvolle Einsetzen von Energie von Bedeutung, wie das Heizen ohne übertriebene Erhitzung, aber auch auf die Belüftung der Räume wurde bereits geachtet, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Die Sanierung der Werkbundsiedlung sollte auch vorangetrieben werden, um Arbeitsplätze zu sichern - Vernetzung zwischen Universitäten, Industrie und Handwerk. Weiters sei darauf aufmerksam gemacht, dass im Bezug auf die Thermosanierung ebenfalls Geld eingespart werden könne, welches wiederum in die Werkbundsiedlung fließen könnte, denn die heute übliche Stärke von 25 bis 30 cm sei bei vielen Bauten nicht notwendig. Wie Studien beweisen, reichen oftmals 10 bis 15cm aus, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Seitens der Stadt Wien müsse hier jedenfalls ein Umdenken stattfinden. Zurück zum Ursprung sei nun die Devise - zurück zu den Wurzeln und von dort aus eine neue Bewegung starten, schlägt Frank vor.

Die Werkbundsiedlung habe einiges an intelligenter Architektur zu bieten. Diese müsse genützt und mit neuen Erkenntnissen versehen werden. Jedenfalls müsse aber der Erhalt des Grünraumes gesichert sein, wenn man dem Klimaschutz gerecht werden wolle. Die immerwährende Verbauung der grünen Wiese mit Neubauten, deren Zukunftsfolgen noch nicht absehbar sind, wie etwa bei den Passivhäusern, werde nicht der richtige Weg sein, so Frank abschließend. (Schluss) hn

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