Zwei Drittel aller Fahrräder sind unzureichend geschützt

Pro Tag werden in Österreich rund 70 Räder gestohlen. Leicht aufzuknackende Schlösser oder zwar gut abgeschlossene, aber frei stehende Räder sind für Diebe kein Hindernis.

Wien (OTS) - Das Fahrrad als Fortbewegungsmittel wird immer beliebter - doch die Freude am Radeln wird getrübt, wenn man dort, wo man sein Rad abgestellt hat, eine leere Stelle vorfindet: Jährlich werden in Österreich rund 25.000 Fälle von Fahrraddiebstahl angezeigt, die Aufklärungsquote und damit die Chance, sein Rad wiederzubekommen, ist mit fünf Prozent gering. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erhob in einer aktuellen Beobachtung, wie gut die Österreicher ihre Räder schützen und stellte fest: Zwar sind 92 Prozent der 1.100 österreichweit überprüften Räder mit einem Diebstahlschutz ausgestattet, doch viele der verwendeten Schlösser sind nicht empfehlenswert und stellen für Diebe kein Hindernis dar.

Nur ein Drittel der Fahrräder ist gut vor Dieben geschützt

39 Prozent der erhobenen Fahrräder waren mit einem Spiralschloss gesichert, 23 Prozent mit einem Zahlenschloss und ein Prozent mit einem Speichenschloss. "Damit sind knapp zwei Drittel aller Fahrräder nur unzureichend geschützt. Spiral-, Zahlen- oder Speichenschlösser sind nicht ratsam, da sie leicht durchgezwickt bzw. geknackt werden können", warnt Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im KfV. Empfehlenswert sind Bügelschlösser aus gehärtetem Stahl mit einem Rohrdurchmesser von mindestens 19 Millimetern, ebenso wie Panzerkabelschlösser mit einer Mindeststärke von acht Millimetern. Rund ein Viertel (27%) der erhobenen Fahrräder war mit einem Panzerkabelschloss gesichert, acht Prozent mit einem Bügelschloss. Ideal ist die Kombination von zwei oder mehreren Schlössern, denn je mehr Zeit benötigt wird, um die Sicherung des Fahrrades zu entfernen, desto unattraktiver wird es für Diebe. Jedes zehnte Fahrrad wies eine Fahrradcodierung auf. Dabei handelt es sich um einen individuellen Code, der in den Rahmen des Fahrrads gefräst wird und so das Fahrrad eindeutig seinem Besitzer zuordnen lässt. Die Codierung erfolgt durch die Polizei, bei Veranstaltungen rund ums Thema Fahrrad wird sie meist kostenlos angeboten.

Schlösser nützen nur, wenn das Fahrrad an einem verankerten Gegenstand gesichert wird

Nicht nur mit welchem Schloss, sondern auch wo das Rad gesichert wird, ist entscheidend. Zwei Drittel der beobachteten Räder (69%) waren an einem Fahrradständer verankert. Jedes zehnte Rad (11%) war an einem anderen verankerten Objekt wie beispielsweise einer Straßenlaterne angekettet. 15 Prozent der Fahrradbesitzer sicherten ihr Bike nur freistehend, weitere vier Prozent lehnten ihr Rad an, z.B. an eine Hausmauer. "Nur wenn das Rad an einem fest verankerten Gegenstand gesichert ist, wird verhindert, dass Diebe es mitsamt der Schlösser abtransportieren, um sich in Ruhe dem Aufknacken widmen zu können", sagt Zetinigg. 30 Prozent der Räder, die nicht gesichert waren, hatten sogar einen Diebstahlschutz am Rad, allerdings nicht in Verwendung. "Auch wenn man das Rad nur kurz abstellt, ist eine Sicherung unbedingt notwendig", schließt Zetinigg.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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