Der Dompteur auf der Zusehertribüne (von Daniela Gross)

Ausgabe 4. August 2009

Klagenfurt (OTS) - Öffentliche Belehrungen, sich ausschimpfen über die Medien, den Kurs infrage stellen: Was man bisher von der Koalition gewohnt war, zelebriert die Volkspartei auch mit Bravour im Alleingang. Während Parteichef Josef Pröll unlängst seine Macht demonstrierte, indem er sich gegen die Kindergeldreform gestemmt hatte oder via koalitionärem Kraftakt den vorgehabten Kurs der Mindestsicherung gänzlich neu gestaltete, verliert er in seiner eigenen Partei nun zusehends die Zügel.

Zum internen Tauziehen um den Posten des EU-Kommissars und den Imageschäden nach den Skandalen um die Bundesfinanzierungsagentur gesellt sich auch ein "vorlauter" ÖAAB, der die Mindestsicherung anprangert und eine Nachverhandlung derselben fordert, was Pröll als soziale Hängematte interpretiert und kategorisch ablehnt. Pech für Pröll, denn seine Parteibasis scheint das soziale Gewissen entdeckt zu haben - und macht Sozialpolitik, während ihr Dompteur auf der Zuschauertribüne die Staatsfinanzen zählt ... <i>daniela.gross@ktz.at</i>

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