GPA-djp-Stein fordert ÖVP-Spitze zur Vernunft auf

Nachverhandlungen bei Mindestsicherung ohne weitere Verzögerung

Wien (GPA-djp/ÖGB) - "Wer 733 Euro 14mal im Jahr als Anreiz bezeichnet, einen Arbeitsplatz aufzugeben, muss schon vollkommen abgehoben sein von der Realität arbeitsloser Menschen", kritisiert Dwora Stein, Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp die Aussagen von ÖVP Generalsekretär Kaltenegger. "Anstatt arbeitslosen Menschen zu unterstellen, sie würden nicht arbeiten wollen, sollte die ÖVP-Spitze lieber auf die vernünftigen Stimmen in den eigenen Reihen hören und ohne weitere Verzögerung mit den Nachverhandlungen für die Mindestsicherung beginnen."

"Auch einschließlich der 13. und 14. Rate läge die Mindestsicherung immer noch deutlich unter der von der EU definierten Armutsgefährdungsschwelle von knapp über 900 Euro", stellt Dwora Stein fest. Die Mindestsicherung 14mal auszubezahlen, ist daher die absolute Untergrenze.

"Kaltenegger übersieht zudem geflissentlich, dass Arbeitslosigkeit kein selbst gewähltes Schicksal ist. Anerkennung und Selbstwert in unserer Gesellschaft hängen stark von der eigenen Erwerbsfähigkeit ab. Wer keine Arbeit hat und von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe leben muss, ist automatisch stigmatisiert." Bereits jetzt nehmen etwa 60 Prozent jener Menschen, denen Sozialhilfe zustünde, diese aus Scham nicht in Anspruch.

ÖGB, 3. August 2009 Nr. 473

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