Leitl: Heimische Nachfolgestatistik trotz Krise stabil

Rund 6.600 Betriebsnachfolgen 2008 - Kreditvertragsgebühr endlich abschaffen

Wien (PWK592) - Nach den zufriedenstellenden Jungunternehmerzahlen aus dem ersten Halbjahr 2009 mit rund 15.200 Unternehmensneugründungen, präsentieren sich auch die Betriebsnachfolgen krisenresistent: "Im vergangenen Jahr wurden 6.623 Betriebe übergeben und damit so viele wie nie zuvor. 2007 waren es 6.575 Betriebe. Das zeigt, dass die Betriebsnachfolge eine echte und attraktive Alternative zur Betriebsgründung ist", betonte heute, Montag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl.

Einen Grund für das leichte Ansteigen der Betriebsnachfolge sieht Leitl im Wegfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer ab August des Vorjahres: "Dadurch ist sicher ein kleiner Ruck durch viele Betriebsübergeber gegangen, ihr Unternehmen nun doch an einen Nachfolger zu übergeben", so Leitl.

Dass Betriebsnachfolgen im Trend liegen, zeigt auch die neueste Studie der KMU Forschung Austria zu diesem Thema: So ist ein deutlicher Wandel bei den Betriebsnachfolgen seit 1996 zu verzeichnen: Immer mehr Betriebe - derzeit die Hälfte - werden familienextern vergeben. 1996 lag der Wert bei 25 %.

Die meisten Betriebe werden mit Anteilen von je rund 22 % in Handel, Tourismus und Transportwirtschaft übergeben. Das Durchschnittsalter der Betriebsnachfolger liegt bei 37,4 Jahren. Bis 2018 stehen insgesamt 57.500 Unternehmen mit bis zu 500.000 Mitarbeitern zur Nachfolge an. "Jährlich schaffen und sichern die heimischen Unternehmensgründer und Betriebsnachfolger bis zu 100.000 Jobs. Damit sind sie echte Jobgaranten, auch in Krisenzeiten", so der WKÖ-Präsident.

Einen deutlichen Appell in Richtung Planung und Vorbereitung deponierte Leitl dabei in Richtung Betriebsnachfolger: "Nur wer seine persönliche Zeit investiert und Informationen zu seinem künftigen Unternehmen und den geschäftlichen Möglichkeiten abruft, wird erfolgreich sein." Derzeit nutzen rund 73 % der Betriebsnachfolger Unterstützungsleistungen der Wirtschaftskammer (www.nachfolgeboerse.at, www.nachfolgebonus.at) und der Gründer Service-Einrichtungen (www.gruenderservice.at/publikationen). Somit ist die Wirtschaftskammer ein wichtiger Partner im Übergabeprozess.

Erfreut zeigt sich der WKÖ-Präsident über die Ankündigung von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dass noch in diesem Jahr mit Reformen im Insolvenzrecht sowie bei der 10.000 Euro GmbH zu rechnen ist. Handlungsbedarf ortet Leitl aber im Hinblick auf die Finanzierung und Eigenkapitalbildung von Unternehmen. "Um die gegenwärtige Situation zu verbessern, muss endlich die Kreditvertragsgebühr abgeschafft werden. Auch die Schaffung eines Beteiligungsfreibetrags muss konkreter werden."

Die aktuellen Betriebsnachfolgezahlen im Detail: 2008 wurden 6.623 Betriebe übergeben, 2.213 davon im Tourismus. Auf Platz zwei folgt das Gewerbe mit 1.585 Übernahmen vor dem Handel mit 1.395 Betriebsnachfolgen. Nach Fachgruppen erweist sich die Gastronomie mit Abstand als am "übernahmestärksten". 2008 waren rund 1.850 Gastronomiebetriebe von einer Übernahme betroffen, was knapp 28% aller Übernahmen entspricht. Insgesamt konzentriert sich das Übernahmegeschehen auf vergleichsweise wenige Fachgruppen. So entfallen (gemessen an den absoluten Werten) über 76% aller Übernahmen auf 20 Fachgruppen (von zusammen knapp 130 Fachgruppen). (us)

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