Projekt Krankenhaus Nord läuft korrekt

KAV-Generaldirektor Marhold und Finanzvorstand Koblmüller informieren Gesundheitsausschuss

Wien (OTS) - Sämtliche in den vergangenen Tagen erhobenen Vorwürfe und Meinungen wurden heute, Donnerstag, von Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes, Dr. Wilhelm Marhold, und seinem Stellvertreter und KAV-Finanzvorstand, Dr. Maximilian Koblmüller, in der Sitzung des Gesundheit- und Sozialsausschusses entkräftet:

1. Die Vergabe von Aufträgen wurde streng nach dem Bundesvergabegesetz EU-weit ausgeschrieben; alle Verfahren sind klar und transparent aufgestellt.

2. Es finden derzeit Verhandlungen mit dem Bieterkonsortium Porr-Siemens-Vamed statt, wie dies von der Bewertungskommission empfohlen wurde. Der Wiener Krankenanstaltenverbund hat sich bereits im Februar 2008 eine Kaufoption auf das ÖBB-Grundstück an der Brünner Straße 68-70 gesichert.

3. Sollte es zwischen dem Wiener Krankenanstaltenverbund und dem Bieterkonsortium zu keiner Einigung über einen Fixpreis kommen, zieht der KAV die Grundstücks-Option und kann ohne jeden Zeitverlust und ohne Mehrkosten die bis dahin erfolgte Planung in ein neues Verfahren einbringen.

4. Das Krankenhaus Nord ist sowohl wirtschaftlich als auch medizinisch-pflegerisch optimal dimensioniert. Das 850-Betten-Spital wurde in einem ÖBIG-Gutachten für die Versorgung der Region Wien Nordost empfohlen.

5. Erste Baukosten-Schätzungen für ein 450-Betten-Spital lagen bei 300 Mio. Euro. Für das jetzt geplante Spital mit rund 850 Betten wurden 2008 Baukosten in der Höhe von 605 Mio. Euro (auf Preisbasis 2007) geschätzt. Diese Schätzungen sind nach wie vor realistisch.

Im Detail erklärt Generaldirektor Marhold zum Vergabeverfahren:
"Die Ausschreibung erfolgte öffentlich im Amtsblatt der EU. Einsprüche beim Vergabekontrollsenat des Landes Wien (VKS) wurden im Verfahren aufgearbeitet. Die einstimmige Entscheidung der Bewertungskommission vom 18. Februar 2008, mit dem Bieterkonsortium Porr-Siemens-Vamed weitere Verhandlungen zu führen, wurde nicht angefochten und ist bestandsfest geworden."

"Der KAV hat sich vor dem Bieterkonsortium Porr-Siemens-Vamed das Kaufrecht gegenüber den ÖBB auf das Grundstück zum selben Preis wie für das Bieterkonsortium gesichert. Sollte für uns kein zufriedenstellendes Verhandlungsergebnis mit dem Bieterkonsortium erzielt werden, ist der KAV somit in der Lage, das gegenständliche Grundstück selbst zu kaufen und die Errichtung neu auszuschreiben", so Marhold.

Der KAV hat die folgenden Leistungen selbst EU-weit ausgeschrieben und bereits vergeben: Begleitende Kontrolle, Bau- und Ausstattungsbeschreibung, Raum- und Funktionsprogramm, Betriebsorganisation und den Architekturwettbewerb. Der KAV hat unmittelbar den Architekten beauftragt, dessen Planungsleistungen parallel zum Verhandlungsverfahren laufen. Sollte also mit dem Bieterkonsortium keine Einigung erzielt werden, kann der KAV ohne Zeitverzögerung alle diese wesentlichen Planungsleistungen in eine Neuausschreibung zu den angefallenen Kosten einbringen.

Das Schwerpunktkrankenhaus Wien Nord nimmt viele kleinere Spitalsstandorte Wiens auf. Damit entsteht eine deutlich bessere Betriebskostenstruktur und es entfällt der Reinvest in den älteren Häusern, der noch dazu teuer und bei Aufrechterhaltung des medizinisch-pflegerischen Betriebes dort durchgeführt werden müsste(z.B. OP- und Bettencontainer etc.). Nur 300 Betten zu errichten - wie dies die Grünen empfohlen haben, würde die möglichen wirtschaftlichen Synergien nur zu einem geringen Teil ausschöpfen. Darüber hinaus wäre die zusätzliche Einrichtung einer Kinder- und Jugendpsychiatrie und einer Unfallchirurgie dadurch gefährdet.

Qualität im Krankenhaus hat ursächlich auch mit Fallzahlen zu tun. 800 bis 1000 Betten zählende Schwerpunktkrankenhäuser (Universitätskliniken als Zentralkrankenhäuser mit allen Fachrichtungen sind größer) sind deshalb sowohl medizinisch-pflegerisch als auch betriebsorganisatorisch und wirtschaftlich optimal dimensioniert. Die Bettenzahl von rund 850 wurde gemäß einem ÖBIG-Gutachten zur "Struktur- und Angebotsplanung für die Versorgungsregion Wien-Nordost" vom Mai 2006 festgelegt.

Zu den bisher genannten Baukostenschätzungen stellt der KAV-Finanzvorstand, Dr. Koblmüller klar: "Die zunächst abgegebenen Kostenschätzungen von ca. 300 Mio. Euro betrafen eine erste Projektidee über die Übersiedlung der drei Spitalsstandorte Semmelweis-Frauenklinik, Orthopädisches Spital Gersthof und Floridsdorfer Krankenhaus nach KH Nord mit etwa 450 Betten. Für das 850 Betten-Schwerpunktkrankenhaus KH Nord wurde im Februar 2008 eine auf internationalen Benchmarks beruhende Schätzung der Baukosten auf Preisbasis 2007 von 605 Mio. Euro genannt. Diese Schätzungen sind bis heute realistisch und ergeben bei sachlicher Betrachtung der verschiedenen Bettenzahlen nachvollziehbare Daten."

Abschließend betonte Marhold, dass sich das KH-Nord-Projekt erst in der Vorentwurfsphase befindet; die Bauphase kann erst nach Abschluss der gesamten Planungsarbeiten erfolgen. (Schluss) az

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