GMTN-Wimmer: Wirtschaft floriert nur mit lebhafter Kaufkraft

Angekündigte Kündigungswellen und Schlechtreden der Kurzarbeit sind kontraproduktiv

Wien (GMTN/ÖGB) - "Die Konjunkturpakete helfen, die Wirtschaft zu stabilisieren. Aber um langfristig den notwendigen Umkehrschwung zu schaffen, dazu gehören weit mehr Maßnahmen - unter anderem, den privaten Konsum stark anzukurbeln", sagt der geschäftsführende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), Rainer Wimmer, anlässlich der von Wirtschaftsminister Mitterlehner präsentierten Studie über die Effekte der Konjunkturpakete und weitere Maßnahmen für die Unternehmen. ++++

Wimmer begrüßt die positiven Signale, die die aktuellen Studien von WIFO und IHS senden, "aber von einer Erfolgbilanz kann man erst dann sprechen, wenn die positiven Effekte auch für die Menschen in diesem Land direkt spürbar sind", sagt Wimmer. "Einkommensverluste und steigende Arbeitslosigkeit machen vielen Menschen schwer zu schaffen. Düsterste Prognosen und angekündigte Kündigungswellen einzelner Unternehmungen tragen ein weiteres Scherflein zur starken Verunsicherung der Menschen bei - das ist kontraproduktiv", sagt Wimmer. "Die Wirtschaft floriert nur mit einer lebhaften Kaufkraft. Sie ist eine wesentliche Stütze der Konjunktur. Das darf nicht zur Nebensache verkommen oder dann wieder unwesentlich werden, wenn es darum geht, Gelder zur Sanierung des Staatshaushaltes zu beschaffen. Wir werden scharf darauf achten, dass Sparbudgets, Sozialabbau und sonstige Einschnitte nicht wieder den Rotstift bei den Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ansetzen", stellt Wimmer klar.

Wimmer hofft auch, dass jene Unternehmungen, die nicht müde werden, über die "nicht finanzierbare" Kurzarbeit zu lamentieren, das Lob der WIFO- und IHS-ExpertInnen in den Studien genau lesen. "Die Kurzarbeit wird als ‚relativ kostengünstig’ und ‚effektiv’ hervorgehoben. Wir fügen noch hinzu, dass den Unternehmungen mit der Kurzarbeit ein extrem flexibles Instrument mit großen Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand gegeben wurde. Das jüngste Beispiel dafür ist die Firma Infineon, die die Kurzarbeit für 800 MitarbeiterInnen aufgrund gestiegener Auslastung zwei Monate früher als geplant beendet - und das kurzfristig", sagt Wimmer. "Die Lage würde sich für dieses Unternehmen wohl ganz anders darstellen, wären die MitarbeiterInnen gekündigt worden."

ÖGB, 29. Juli 2009 Nr. 465

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