- 21.07.2009, 11:29:46
- /
- OTS0077 OTW0077
Berlakovich: Österreichische Produkte vermitteln Sicherheit und Vertrauen
Lebensmittel-Studie bestätigt: Klare Kennzeichnung notwendig

Wien (OTS) - "Die aktuelle Diskussion rund um Schummelschinken und
Kunst-Käse verunsichert die Bevölkerung. Angesichts dieser Diskussion
müssen wir den Konsu-mentinnen und Konsumenten wieder mehr Sicherheit
geben. Unsere Lebensmittelpolitik muss sich auch in Zukunft klar an
den Wünschen der Konsumentinnen und Konsumenten ausrichten. Daher ist
es wichtig, zunächst herauszufinden, was sie eigentlich wollen und
was sie sich erwarten - vor allem wenn es um die Qualität von
Lebensmitteln geht", sagte Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich
heute zu den Ergebnissen einer Studie zum Thema Lebensmittelqualität
im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Meinungs- und
Motivforscherin Sophie Karmasin. "Konsumentinnen und Konsumenten
legen auf eine hohe Lebensmittelqualität, die durch Frische,
österreichische Herkunft, Natürlichkeit und wertvolle Verarbeitung
geprägt ist, viel Wert. Gleichzeitig stellt sich die gravierende und
immer schwierigere Frage, wie man qualitativ hochwertige Lebensmittel
erkennt", fasst Sophie Karmasin die Studie zusammen. ****
Vor dem Hintergrund der Globalisierung geht die Entwicklung in
Richtung Kostendruck in der Lebensmittelproduktion sowie
Standardisierung und Vereinheitlichung des Geschmacks. Die
Lebensmittel-Technologie ist mittlerweile in der Lage Rohstoffe
auszutauschen und sie durch andere zu ersetzen. Es sind immer mehr
Produkte auf dem Markt, die nicht dem entsprechen, was sich die
Konsumentinnen und Konsumenten erwarten. "Wir sind an einem Punkt
angekommen, wo wir die Konsumentinnen und Konsumenten eigentlich
auffordern müssen, sich in erster Linie die Rückseite eines Produktes
anzusehen. Das heißt, auch wenn vorne Käse abgebildet ist, ist das
keine Garantie, dass auch tatsächlich Käse drinnen ist. Es scheint,
als ob mit der Lebensmitteltechnologie eine 'Büchse der Pandora'
geöffnet wurde, die die KonsumentInnen gar nicht mehr erkennen lässt,
was sie eigentlich konsumieren. Die Natürlichkeit der Produkte gerät
aus dem Blickwinkel", führte Berlakovich weiter aus.
Als Gegenbewegung zu der Globalisierung führte Berlakovich die
Regionalität von Produkten an. Regionalität erhöht die Sicherheit und
das Vertrauen bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Weitere
Argumente, die für regionale Produkte sprechen, sind die kurzen
Transportwege und die dadurch eingesparte Menge an CO2, die Frische
und der Geschmack. Allerdings gibt es dabei auch eine Einschränkung:
Die Produkte sind nur saisonal verfügbar und es fehlt oft die Zeit,
die regionalen Lebensmittel zu besorgen.
Was nun die Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich wollen bzw.
was sie mit Lebensmitteln aus Österreich verbinden, liegt mit der
aktuellen Studie vor, die im Auftrag des Lebensministeriums von
Sophie Karmasin durchgeführt wurde. Produkte aus Österreich werden
hinsichtlich der Produktion, der Verarbeitung und der Qualität
gefühlsmäßig als sicherer wahrgenommen. Sie werden gekauft, weil auch
Gefühle des Stolzes und der Heimat vermittelt werden. Größtenteils
achten die Österreicherinnen und Österreicher auf gesunde Ernährung.
Die regionale Herkunft spielt im Westen Österreichs sowie im
ländlichen Bereich eine zentrale Rolle. Weiters geht hervor, dass die
KonsumentInnen eine klare Kennzeichnung wollen. Die Mehrheit der
Österreicherinnen und Österreicher kennt darüber hinaus das AMA
Gütesiegel und verbindet damit österreichische Herkunft und hohe
Qualität.
"Wir sind also am richtigen Weg, müssen uns aber gleichzeitig auch
an den Ergebnis-sen der Studie orientieren und darauf reagieren. So
gibt es unter den Befragten zum Bespiel eine zunehmende Skepsis bei
Bio Produkten. Früher wurde Bio mit Regionali-tät gleichgesetzt,
mittlerweile gibt es aber bereits viele internationale biologische
Produkte", hält der Minister fest.
"Als einen der nächsten Schritte werden wir unser
Lebensmittel-Modell aktualisieren. Klar ist, dass wir eine klare
Kennzeichnung brauchen. Darum habe ich auch auf europäischer Ebene
eine verpflichtende Kennzeichnung von Imitat-Produkten initiiert. In
Österreich brauchen wir eine begrenzte Zahl von Gütesiegeln, die für
besondere Produktqualität stehen sollen. Parallel dazu müssen wir
auch das AMA-Gütesiegel ausbauen, das heißt wir müssen klarer
kommunizieren, wofür es steht und darüber hinaus den Einsatz
verbreitern", so Berlakovich. "Letztlich müssen wir auch verstärkt
auf Regionalität setzen und die Chancen der Regionalität nutzen.
Dabei müssen wir die Direktvermarktung und die
Versorgungsinfrastruktur in den Regionen ausbauen. Im
Spezialitätenbereich gilt es, die Genuss Regionen zu forcieren. Das
ist auch für die internationale Positionierung wichtig und schon
jetzt eine Erfolgsgeschichte".
"Klar ist, dass die österreichische Landwirtschaft und
Lebensmittelwirtschaft neben Regionalität auch auf Qualität setzen
muss. So können wir erfolgreich - gemeinsam mit den Konsumentinnen
und Konsumenten - weiterarbeiten. Wir müssen auch Akzente gegen die
'Geiz ist geil' Mentalität setzen, weil diese unsere
qualitätsorientierte Produktion schwächt", so der
Landwirtschaftsminister abschließend.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=52&dir=200907&e=20090721_m&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MLA






