"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Reisefreiheit für alle"

Die Visa-Liberalisierung der EU darf die Länder am Balkan nicht spalten.

Wien (OTS) - Kein internationaler Auftritt, wo Mitglieder der Regierung, allen voran Außenminister Spindelegger, nicht die rasche Integration der Balkan-Länder in die EU und österreichische Hilfe für die Quasi-Nachbarn beschwören. Das ist auch gut so, den Reden müssen jetzt auch Taten folgen.
Die angekündigte Visa-Aufhebung für Serbien, Montenegro und Mazedonien ab 2010 ist unvollständig, halbherzig, diskriminierend, spaltet den Balkan und fördert gefährlichen Nationalismus. So eine Lösung führt die Länder von der EU weg, nicht an sie heran. Nehmen die Politiker vom Wiener Ballhausplatz ihre langjährigen Versprechen gegenüber den Balkan-Ländern ernst, müssen sie Druck auf die EU-Partner machen, die Visa-Liberalisierung gleichzeitig für alle Staaten durchzusetzen. Das Argument, nicht alle wären reif für einen Aufbruch nach Europa, ist scheinheilig. Die EU hat lange Zeit gehabt, den Staaten bei fälschungssicheren Pässen, Grenzkontrollen und im Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu helfen und sie zu kontrollieren.
Es ist nicht einzusehen, warum die Menschen am Balkan noch länger warten sollen. Auch für sie gilt: Erfahrung von Europa heißt nun einmal auch Fahren nach Europa.

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