"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: " Bitte, ein Gewitter!"

Eifersüchteleien heizen das Koalitionsklima auf. Ein echter Streit wäre befreiend.

Wien (OTS) - Josef Pröll hielt gestern in Linz Hof. Während das halbe Land auf Urlaub weilt, lud der VP-Chef zur Arbeitsklausur -ohne den Kuschelkoalitionspartner. Ein neuer demonstrativer Akt des Selbstbewusstseins des Vizekanzlers, der seit der gewonnenen EU-Wahl proklamiert: "Ich will Kanzler werden." Für die sonstigen Neuigkeiten hätte es des zweitägigen Ausflugs in jenes Bundesland, das am 27. September als Nächstes wählt, nicht bedurft.
Der amtierende Kanzler lud die Medien zeitgleich zu einem Besuch ins "Geriatrische Tageszentrum Anton Benya" in Wien-Meidling. Werner Faymann hatte sich erst kurzfristig entschieden, seinem vorwitzigen Vize auf der medialen Bühne Konkurrenz zu machen.
Noch sind es kleine Eifersüchteleien und Scharmützel, die sie sich Faymann & Pröll zunehmend liefern.
Den offenen Streit scheuen beide krampfhaft bemüht. Ein reinigendes Gewitter in dieser überhitzten Polit-Atmosphäre täte bald allen gut. Und wäre auch ernster zu nehmen als fliegengewichtige Inszenierungs-Rempeleien. Noch dazu, wenn sie das Zeug zum Selbstfaller haben. Der rote Kanzler auf Visite im "Geriatriezentrum Anton Benya" - ein gefundenes Fressen für Spötter und Kabarettisten:
Ein Symbolbild für den Zustand der SPÖ?

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