"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "AUA-Debakel für die Politik" (Von Alois VAHRNER)

Ausgabe vom 11. Juli 2009

Innsbruck (OTS) - Geschieht nicht noch ein Wunder, bleibt vom einstigen Nationalstolz AUA nur ein Scherbenhaufen. Und diesen haben viele mitverursacht.

Spätestens seit der gestrigen herben Abfuhr der EU-Wettbewerbskommission für das Offert der Lufthansa brennt es lichterloh am AUA-Dach. Springen die Deutschen nicht rasch über ihren Schatten und sind zu weiteren Zugeständnissen vor allem bei Start-und Landerechten bereit, dann droht der AUA die Bruchlandung vor dem Konkursrichter. Was danach von ihr und den Tausenden Arbeitsplätzen übrigbleiben würde, kann man sich leicht ausmalen: nicht allzu viel. Auch wenn sich die Lufthansa dann noch immer aus der Konkursmasse bedienen könnte.

Viel ist derzeit angesichts der von raffgierigen Managern vor allem in den USA ausgelösten Wirtschaftskrise von der Renaissance des Staates in der Wirtschaft die Rede. Bei der AUA hat der Staat als bis heute tonangebender Miteigentümer allerdings leider eindrucksvoll bewiesen, wie er ein Unternehmen abwirtschaften kann. In Monopolzeiten mag es keine Rolle gespielt haben, ob man die Kosten im Griff hat oder nicht. Die Kunden mussten mangels Alternative ohnehin die Zeche zahlen.

In Zeiten von Billigfliegern und Luftfahrtkrise hätte aber längst vehement reagiert werden müssen. Das blieb aus, auch weil sich das jeweilige Management (meist brav im Proporz rot-schwarz besetzt) gegen die Allianz aus Politik und Betriebsräten nicht durchsetzen wollte oder konnte. Dass dann der AUA-Vorstand unter dem mittlerweile abgelösten Ex-Chef Alfred Ötsch die AUA vor über einem Jahr auch noch für saniert erklärt hatte und nun das Aus droht, setzte dem Treiben allerdings die Krone auf.

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