Greenpeace zu G8-Klimaziel: Arbeit statt Lippenbekenntnisse

Sofortige Umsetzung bei Infrastruktur, Mobilität und Wirtschaft nötig

Rom/Wien (OTS) - Kein Vertrauen schenkt die
Umweltschutzorganisation Greenpeace dem Über-einkommen zwischen führenden Industriestaaten und Schwellenländern über eine Beschrän-kung der globalen Erwärmung auf zwei Grad Celsius. "Zwei Grad ist ein durchaus ambiti-oniertes Ziel, das aber nur mit sofortigem Handeln zu erreichen ist. Doch genau darüber gibt es zwischen den Staaten keine Einigung", meint Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl.

Rasches Handeln ist für den Klimaschutz aber unumgänglich, denn bereits in den kommenden Jahren müssen die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Derzeit liegt die globale Erwärmung bei 0,8 Grad Celcius über derjenigen in vorindustriellen Zeiten. Diese Tempera-turzunahme findet jedoch um Jahrzehnte zeitversetzt statt -was bedeutet, dass all das zwischenzeitlich produzierte CO2 dazugerechnet werden muss. Dadurch steigt die Temperatur im weltweiten Mittel um geschätzte weitere 0,6 Grad auf insgesamt bereits 1,4 Grad Celsius an.

Die Anerkennung der zwei Grad Celcius-Obergrenze ist nicht nur wissenschaftlich von Bedeutung, weil bei einer stärkeren globalen Erwärmung so genannte positive Rückkopp-lungseffekte einsetzen werden. Diese beschleunigen den Klimawandel dann innerhalb weniger Jahre sprunghaft. Zu diesen Rückkopplungseffekten zählen etwa das Verschwinden der Regenwälder oder der Anstieg der Meerestemperatur, wodurch weniger CO2 gespeichert werden kann. Dazu gehört aber auch das Auftauen des arktischen Eises und der Permafrost-böden in der russischen Tundra mit ihren gigantischen Treibhausgaslagern darunter. Die ersten dieser Effekte sind schon jetzt deutlich sichtbar: So wird die Arktis in wenigen Jahren bereits den Sommer über vollkommen eisfrei sein.

Um die Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur unter zwei Grad Celsius zu halten, müssen in den Industriestaaten vierzig Prozent ihrer Treibhausgase bis 2020 reduziert werden. Gleichzeitig darf der weltweite Treibhausgas-Ausstoß seinen Höhepunkt nicht später als 2015 erreichen und muss anschließend - und zwar bis 2050 - so nahe gegen Null wie möglich kommen.

Solche Maßnahmen wären von immenser Bedeutung für Wirtschaft, Mobilität und Infra-struktur in den Industrienationen. "Und daher ist auch nicht anzunehmen, dass auf den Zwei-Grad-Beschluss tatsächlich politisches Handeln folgen wird. Je länger wir jedoch zuwarten, umso teurer und schwieriger wird es, zu einer Lösung zu gelangen", resümiert Klimaexperte Niklas Schinerl von Greenpeace.

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Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
Niklas Schinerl, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126704

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