WKÖ-Hochhauser: "Arbeitsmarktpaket II nutzt Arbeitslosen, Beschäftigten und Betrieben"

Verbesserungen bei Bildungskarenz und Altersteilzeit erleichtern Beschäftigung - neue Kurzarbeit baut Wettbewerbsnachteile gegenüber Deutschland ab

Wien (PWK548) - Als einen "wichtigen Beitrag zur Abfederung der steigenden Arbeitslosigkeit" sieht Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), das heute, Donnerstag, im Nationalrat zum Beschluss anstehende Arbeitsmarktpaket II, das eine Verbesserung der Kurzarbeitsregeln sowie Erleichterungen bei Bildungskarenz und Altersteilzeit vorsieht.

"Das Paket bringt nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den Unternehmen handfeste Vorteile. Es bietet wichtige Anreize, um Mitarbeiter im Betrieb zu halten bzw. Arbeitsplätze zusätzlich zu schaffen. Und es ist ein Beweis dafür, dass Regierung und Sozialpartner auch und gerade in der Krise aktiv und voll handlungsfähig sind", betont Hochhauser.

Den Bedürfnissen der Industrie und den dort Beschäftigten kommt die Verlängerung der Kurzarbeit auf 24 Monate entgegen. Besonders wirksam im Hinblick auf die Beschäftigung ist, dass die Sozialversicherungsbeiträge ab dem 7. Monat durch die öffentliche Hand getragen werden. "Damit ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Wettbewerbsgleichheit mit Deutschland gelungen", so Hochhauser. "Die jetzige Regelung erleichtert es den Betrieben, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu halten statt sie abzubauen."

Verbesserungen für typische KMU bringen sowohl die Neuregelung der Altersteilzeit, wo künftig beispielsweise keine Ersatzkraft-Einstellung mehr notwendig ist, als auch die befristete Lockerung der Bildungskarenz und der Entfall des Bonus/Malus-Systems für die Einstellung bzw. Freistellung älterer Arbeitnehmer.

Im Zuge des Arbeitsmarktspakets II wurde auch die Lohnnebenkostenbefreiung für den ersten Mitarbeiter von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) vereinbart, die nun in den Richtlinien des AMS über den Sommer erarbeitet wird und ab 1. September greift. Damit wurde eine langjährige Forderung der WKÖ umgesetzt.

Das sei ein "Riesenerfolg" - und zwar für die Jugend und die rund 200.000 EPU gleichermaßen, so Hochhauser. "Die Lohnnebenkostenbefreiung ist nicht nur eine echte Motivation für EPU, selber zum Arbeitgeber zu werden. Sie ist auch ein probates Instrument zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, die besonders stark steigt." Umfragen zeigen, dass etwa ein Drittel der EPUs Mitarbeiter einstellen würde, wenn die Bedingungen stimmen. "Selbst wenn das nur jedes zehnte EPU tut, wäre der jüngste Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mehr als ausgemerzt." Zusätzlich wird eine Stiftung für arbeitslose Jugendliche eingerichtet, die mit 5 Millionen Euro zur Hälfte aus Arbeitgeber-Mitteln getragen wird.

Hochhauser: "Vom Arbeitsmarktpaket II profitieren alle - die Arbeitslosen ebenso wie die Beschäftigte und die Betriebe. 322.500 Menschen in Österreich haben nun eine bessere Perspektive, und rund 34.500 Arbeitsplätze können allein durch dieses Paket geschaffen bzw. erhalten werden." (SR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martin Gleitsmann
Tel: +43 (0)5 90 900 4286
Fax: +43 (0)5 90 900 3588

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004