SP-Bayr: Grund zur Freude, wenn nicht

Klimavereinbarung der G8 relativ zu betrachten

Wien (SK) - Mit Skepsis und Vorsicht sieht Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung, die Einigung der G8, dass es notwendig ist, die durchschnittliche globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. Bayr: " Die politische Verständigung auf dieses Ziel ist wichtig und begrüßenswert. Sie ist aber so lange nicht viel wert, solange es nicht auch verbindliche Beschlüsse der einzelnen Länder über konkrete Maßnahmen und deren Budgetierung gibt. Ansonsten laufen die G8 Gefahr, mit ihrem gestrigen Beschluss in L`Aquila nicht mehr als bloße Lippenbekenntnisse abgegeben zu haben." ****

Bayr erinnert an andere Beschlüsse der wichtigsten Industriestaaten aus der letzten Zeit, die nicht eingehalten worden sind:
"Beispielsweise bei der Steigerung der Entwicklungsfinanzierung ist Deutschland alleine auf weiter Flur, was die Einhaltung der Versprechen betrifft. Alle anderen selbstverpflichteten Länder hinken ihren Zusagen meilenweit hinterher. Diese Erfahrung mit nicht gehaltenen Versprechen lässt auch am gestern gefassten bezüglich Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung massiv zweifeln."

Außerdem sei so lange "die Welt in klimatischer Hinsicht nicht gerettet", solange nicht die großen Entwicklungs- und Schwellenländer mit an Bord sind. China ist mittlerweile der weltgrößte Treibhausgasverursacher; Indien, Brasilien oder Russland mit an Bord einer internationalen Klimavereinbarung zu holen ist nicht minder notwendig. "Dazu ist ein klares Signal der Industrieländer notwendig, selbst bereit zu sein, massiv Treibhausgase zu reduzieren - der G8 Beschluss könnte ein solches Signal sein, wenn er konkreter wäre und nun sofort den Ankündigungen Taten folgen", so Bayr und abschließend:
"Um möglichst alle Länder dieser Erde auf ein Post-Kyoto-Regime zu vereinigen wird es auch unumgänglich sein, Geld für arme Länder zu mobilisieren, damit diese die Möglichkeit haben, ihre Wirtschaft zu entwickeln, ohne die Klimasünden des Nordens wiederholen zu müssen. Die reichen Länder sind gefordert, den aufstrebenden Volkswirtschaften Know How und Technologien zur Verfügung zu stellen und wir müssen den armen Ländern dabei helfen, ihre Bevölkerung jetzt schon vor den spürbaren Folgen des von uns verursachten Klimawandels zu beschützen. Für all das wird mehr und konkreteres notwendig sein, als bloße Bekenntnisse!" (Schluss)mx/cv

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