"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Selbstbeschädigung"

Viele Politiker dürfen sich nicht wundern, wenn ihr Ruf kein guter ist.

Wien (OTS) - Politiker haben ein schlechtes Image. Sie würden es sich richten, hätten keine Ahnung, wie es den "kleinen Leuten" gehe, arbeiteten vor allem für den eigenen Vorteil. Statt alles zu tun, um zu belegen, dass diese pauschale Qualifizierung falsch ist, werken sie daran, dieses Urteil zu bestätigen.
Just in einer Krisenzeit wird im Kärntner Landtag zu nächtlicher Stunde einstimmig die Parteienförderung erhöht. Oder:
Justizministerin Bandion-Ortner lässt ein Anti-Korruptionsgesetz formulieren, das für Abgeordnete - die ja auch Versuchungen erliegen könnten - nicht gelten soll.
Erst nach wochenlanger Kritik von Fachleuten sind SPÖ und ÖVP dazu bereit, die Mandatare einzubeziehen. Es ist die späte Erkenntnis, dass Extrawürste für Politiker den Wählern den Appetit verderben. Nach deren Geschmack ist das Ganze wohl auch jetzt nicht: Keine harte, wie für andere "Amtsträger", sondern Schonkost gibt es für die Abgeordneten.
Mangelt es an Sensibilität, was zumutbar ist? Oder gehen die Volksvertreter davon aus, dass keiner merkt, was sie beschließen? Was auch immer sie leiten mag, eines steht fest: Mit solchen Praktiken werden sie ihren Ruf nicht verbessern.

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