"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Böses Erwachen"

Nach der Krise kommt der große Sparzwang. Schmerzhaft, aber wahr.

Wien (OTS) - Der Aufschrei, der durchs Land ging, als Wirtschaftsforscher Felderer über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nachdachte, war beachtlich. Und zeigt, abseits der inhaltlichen Frage: Außer in seltenen Glücksfällen - wie vor dem EU- oder Euro-Beitritt - haben mutlose Politiker, Sozialpartner oder Landesfürsten noch praktisch jede Reformidee im Keim erstickt. Dabei müssen in den nächsten Jahren die wirklich heißen Eisen angegriffen werden. Österreichs Schulden steigen auf 80 Prozent. Vor solch einem Schuldenberg steht derzeit etwa das schwer angeschlagene Ungarn.
Auch die wirklich lästigen Fragen müssen daher gestellt werden dürfen: Wie schmerzhaft wird die nächste Pensionsreform ausfallen? Wie viel Föderalismus kann sich unser Mini-Land noch leisten? Wer hebt endlich das Sparpotenzial bei Ausgaben für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Soziales?
Natürlich kann man sich auch zurücklehnen und so tun, als ob die Wirtschaftskrise nur ein schlechter Traum ist. Böses Erwachen ist garantiert.

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