Werbewirtschaft sieht laut Werbe-Optimismus-Index Licht am Ende des Tunnels

Drössler: "Werbetreibende Wirtschaft in Österreich atmet wieder etwas auf" - "Relative Stabilität in Sachen Beschäftigung trotz großen Drucks"

Wien (PWK541) - "Wir haben sehr turbulente Monate hinter uns, die oft alles andere als einfach waren. Die pessimistische Stimmung in der österreichischen Werbewirtschaft war im letzten Jahr signifikant. Nun gibt es Anzeichen, dass die Talsohle bereits erreicht sein könnte. Das Stimmungsbild in der österreichischen Werbewirtschaft hat im Juni 2009 nach kontinuierlichem Rückgang erstmals seit August 2008 wieder einen leichten Aufwärtstrend erlebt: Immerhin sehen mehr als 27 Prozent der Werbetreibenden und Werbeagenturen der Zukunft mit vorsichtigem Optimismus entgegen" - so fasste Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich, den aktuellen Werbe-Optimismus-Index zusammen.

Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier Blickwinkeln, nämlich von den österreichischen Top 500-Auftraggebern, den Werbeagenturen, den Konsumentinnen und Konsumenten sowie den Medien. Der aktuelle Werbe-Optimismus-Index zeichnet ein umfassendes Bild der Branchenkonjunktur im zweiten Quartal 2009 und gibt einen Ausblick auf die nächsten 12 Monate.

Bilanz zum Vorjahr: Spürbarer Rückgang der Werbeetats

Die allgemeine Stimmung ist zwar nach wie vor angespannt. Mehr als 62 Prozent der Befragten berichten von einem Rückgang der Werbeaktivitäten von durchschnittlich 20 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Das ist immerhin eine Verschlechterung um 10 Prozentpunkte im Verhältnis zum März 2009", ergänzte Drössler. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Werbe- und Kommunikationswirtschaft spiegeln sich damit in der aktuellen Befragung deutlich wider. "Rund 72 Prozent der Werbetreibenden melden einen deutlichen Rückgang der Werbeetats. Knapp 60 Prozent der Werbeagenturen berichten von einer signifikanten Abnahme der Werbeaktivitäten. Als Gründe für die Abnahme führen die Befragten eindeutig Einsparungen als Folge von Budgetkürzungen an", erklärte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Heimische Wirtschaftsentwicklung wichtigster Impulsgeber

Sowohl die österreichische als auch die internationale Wirtschaftsentwicklung sind wichtige Indikatoren für die Werbe- und Kommunikationsbranche. "Es zeigt sich deutlich, dass die heimische Wirtschaftsentwicklung und das Krisenmanagement der Bundesregierung als dominierender Faktor wahrgenommen wird", konstatierte Drössler.

Hoffnungsschimmer am Horizont

Einen ersten Lichtblick zeigt dagegen der Blick in die Zukunft. Mehr als ein Viertel der Befragten erwarten eine Zunahme der Werbeaktivitäten bis Mitte 2010. "Damit ist dieser Wert fast doppelt so hoch wie noch im Dezember 2008", stellte Schwabl fest. Sowohl Agenturen als auch Werbetreibende sind deutlich optimistischer gestimmt als in den vergangenen drei Quartalen.

Werbebudget: Klassische Werbung weiter tonangebend

Online-Werbung wird weiterhin das größte Potential zugesprochen. Fast 18 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dieser Medienbereich auch in Zukunft rasant weiter wachsen wird. Interessanter Weise wird kein Wachstum für öffentlich-rechtliches Fernsehen bzw. nur geringeres Wachstumsraten für Privat-TV gesehen. "Wobei laut der Erhebung mit mehr als 60 Prozent der größte Anteil des Budgets weiterhin in klassische Werbemedien wie Plakate, Inserate, TV und Radio fließt. Direkt- und Dialogmarketing und die neuen Werbestrategien (Online-Werbung, Targeted Media, Viral-, Buzz-Marketing) folgen mit Respektabstand", führte Schwabl aus.

Agenturen bemühen sich trotz Krise den Mitarbeiterstand zu halten

"Eine Erweiterung des Teams steht für die Mehrheit nach wie vor nicht zur Debatte, aber es herrscht in der Werbewirtschaft eine relative Stabilität in Sachen Beschäftigung trotz großen Drucks", so Drössler. Die schwierige Werbekonjunktur hinterlässt aber Spuren am Arbeitsmarkt. Gaben im ersten Quartal 2009 lediglich 5 Prozent der Agenturen an, die personellen Ressourcen zu reduzieren, sahen am Ende des zweiten Quartals 2009 bereits fast 15 Prozent der Befragten diese Notwendigkeit als letztes Mittel.

Prospekte/Flugblätter sowie Internet bei Konsumenten ganz vorne

Als Informationsquelle vor der Anschaffung eines Produktes sind Prospekte und Flugblätter im Spitzenfeld, dicht gefolgt von Internetsuchmaschinen. Jeder vierte Konsument holt sich über diese Kanäle die notwendige Auskunft, um letztendlich eine Kaufentscheidung zu tätigen. Gerade bei Lebensmitteln sind Prospekte und Flugblätter die attraktivsten Helfer bei Kaufentschlüssen.

Konsumenten setzen verstärkt auf persönliche Kontakte

Bei Kaufentscheidungen wird entsprechend der aktuellen Erhebung in die Empfehlungen von Freunden, Bekannten und innerhalb der Familie das größte Vertrauen gesetzt. Bei der unmittelbaren Kaufentscheidung von Kleidern/Schuhen, Kosmetik/Körperpflege, KFZ/Auto, Möbeln, Telekommunikation, Sport/Hobbies, Haushalts-, Unterhaltungs- sowie Gartengeräten zählt vor allem die kompetente Beratung im Geschäft. Hingegen verlassen sich bei Finanzdienstleistungen mehr als 32 Prozent der Befragten auf die Empfehlungen von Experten. "Das ist fast der doppelte Wert derer, die auf Familie und Freunde hören. Auch und gerade vor dem Hintergrund schwieriger wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen setzten die Konsumenten verstärkt auf umfassende Qualifikation und Beratung durch die Experten der Finanzdienstleistungsbranche", so Österreichs oberster Werber. (JR/CR)

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