China im Aufbruch - Erneuerbare als Wirtschaftsmotor

China peilt über 25 % des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren an

Wien (OTS) - Chinas Politik vollzieht derzeit den Wandel hin zur Technologie- und Marktführerschaft bei erneuerbaren Energien. "Der Ausbau erneuerbarer Energien ist seit einigen Jahren ein Schwerpunkt in der Politik Chinas. 2007 wurde eine Universität gegründet - die North China Electric Power University -, die sich mit 700 Professoren und über 20.000 Studenten mit den Themen Energie aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonnenstrahlung beschäftigt," so der Vorsitzende des Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes, Dr. Heinz Kopetz, über die enormen Entwicklungen im Ausbau erneuerbarere Energien in China.

Sektorale Programme für erneuerbare Energien

China entwickelte in den letzten Jahren eine Reihe von sektoralen Programmen für den Ausbau erneuerbarer Energien:

  • Ein Ausbauprogramm für Wind wurde mit dem Etappenziel gestartet, 100.000 Megawatt Windkraft zu installieren.
  • China ist überdies schon heute der weltweit größte Hersteller von Solarkollektoren - China ist außerdem in der Produktion von Bestandteilen der Photovoltaik-Industrie sehr aktiv.
  • Gerade auch die Technologieentwicklung bei der Strohverbrennung macht China in diesem Bereich führend und sorgt dafür, dass riesige Mengen Stroh, die früher einfach auf den Feldern abgebrannt wurden, einer energetischen Nutzung zugeführt werden. Die Nutzung von Stroh sorgt für ein Zusatzeinkommen der Bauern und schafft zehntausende Arbeitsplätze.

Diese Programme würden in Summe reichen, um mit erneuerbaren Energien mehr als 25 % des aktuellen Energiebedarfs Chinas zu decken.

Österreich sieht weitgehend nur zu

Während China bei der Entwicklung von Biotreibstoffen der zweiten Generation auch im Forschungsbereich durch Kooperationen etwa mit schwedischen Unternehmen neue Wege sucht, steht zumindest die Ökostromproduktion in Österreich still. "Die Rahmenbedingungen fehlen in Österreich völlig, hier liegt viel Potenzial brach, das nicht genutzt wird. Ein Ökostromgesetz, das für investitionsfreundliche Bedingungen sorgt, wäre ein Schlüssel zum Erfolg," so Kopetz weiter. Doch nicht alle Projekte in China sind perfekt und müssen auch kritisch betrachtet werden. So sind die Wirkungsgrade ohne fehlende Wärmenutzung bei der Stromerzeugung aus Biomasse noch relativ niedrig und Emissionen werden bei weitem nicht so streng bewertet wie etwa in Österreich. "Doch diese Probleme sind den Chinesen bewusst und keineswegs egal. Hier wird intensiv an Lösungen gearbeitet, die diese Schwierigkeiten beseitigen sollen," zeigt sich Kopetz optimistisch. "Doch wirklich beeindruckend ist die Umsetzungsgeschwindigkeit, mit der Projekte in Forschung und Praxis entwickelt werden, da können wir uns einiges abschauen. In den nächsten Jahren ist ein Wettlauf um Exportmärkte für erneuerbare Energietechnologien zu erwarten. Wer hier durch Schnelligkeit und rasche Expansion die Nase vorn hat, wird riesige Marktchancen vorfinden " zieht Kopetz für Österreich Bilanz.

Einen Vortrag von Dr. Kopetz zu diesem Thema und nähere Informationen finden Sie unter: www.biomasseverband.at

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