ÖAMTC: Verschrottungsprämie - Der Topf ist leer

Club fordert kulante Lösung bei Härtefällen

Wien (OTS) - Ein Blick auf die Neuzulassungsstatistik zeigt: Seit Anfang April, also mit Einführung der Verschrottungsprämie wurden vor allem Neuwagen im günstigeren Preissegment bestellt und gekauft. "Das deckt sich auch mit den Erfahrungen an der ÖAMTC-Verschrottungshotline", berichtet ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. "Viele potentielle Neuwagen-Käufer haben ihr letztes Geld zusammengekratzt und messerscharf kalkuliert, um sich ein neues Fahrzeug leisten zu können." Sollte jetzt die miteinkalkulierte Prämie wegfallen, so droht ein, mitunter beträchtliches, Finanzierungsloch.

Deswegen appelliert die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin an die Verantwortlichen, für "Härtefälle" eine kulante Lösung anzubieten. Sollten zahlreiche österreichische Autofahrer nämlich um die Verschrottungsprämie umfallen, so trübt dies sicherlich den Erfolg dieser an sich gut gemeinten Aktion. "Letztendlich hat ja der Staat auch eine Menge Mehreinnahmen durch die Neuwagenkäufe", rechnet Brandau vor. "Auf jeden Euro, der aus dem Staatssäckel für die Prämie ausgeschüttet wird, kommen ungefähr sechs Euro an Autosteuern (NoVA und MwSt) für die Staatskassa."

Der Umfang der Verschrottungsprämie war von Anfang an auf 30.000 Stück ausgelegt. Ursprünglich waren die "Erfinder" der Prämie, nämlich Politik und Fahrzeughandel, davon ausgegangen, dass die Aktion bis Jahresende 2009 laufen könnte. "Das vorzeitige Ausschöpfen des Prämientopfes schwebt nun wie ein Damoklesschwert über den Köpfen unzähliger Autofahrer", warnt die ÖAMTC-Expertin. "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass viele im Vertrauen auf die Prämie bereits ein Auto bestellt haben. Nun könnte aber der Fall eintreten, dass sie wegen Lieferverzögerungen um die Prämie umfallen." Glücklich können sich nur all jene schätzen, denen ein Autohändler die Prämie "garantiert" hat. Denn in diesem Fall gibt es die 1.500 Euro in jedem Fall, wenn auch der Händler für den Staat in die Bresche springen muss.

Aber auch eine Fortführung der Aktion unter anderen Gesichtspunkten ist für die ÖAMTC-Expertin denkbar. Bereits im Vorfeld zur Verschrottungsprämie hat der Club ein nachhaltiges Modell auf Basis einer ökologisierten NoVA (Normverbrauchsabgabe) präsentiert. Dieses sieht eine stufenweise Absenkung der NoVA auf Basis der Schadstoffemissionen vor. Fahrzeuge unter 120g CO2/km sollen von der NoVA befreit werden, Käufer bekommen zusätzlich 1.000 Euro Umweltbonus. Für Kfz zwischen 120 und 180 g CO2/km soll die NoVA halbiert werden. Für Fahrzeuge über 180g CO2 soll sich nichts ändern. "Mit diesem vom ÖAMTC entworfenen Modell würde neben der Wirtschaft auch die Umwelt profitieren", hält die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend fest.

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