Wlodkowski: Jeder zusätzliche Regentag erhöht Schaden für Bauern

20.000 Hektar Ackerfläche durch Überschwemmungen schwer geschädigt

Wien (OTS/aiz) - "Jeder zusätzliche Regentag vergrößert die Verluste der Bauern. Einerseits haben Dauerniederschlag und Überschwemmungen bis zum heutigen Tag rund 20.000 Hektar Ackerfläche und Grünland österreichweit schwer geschädigt, andererseits verschlechtern die anhaltenden Regenfälle die Erntequalität von Tag zu Tag", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich. "Wie hoch der Schaden insgesamt sein wird, lässt sich derzeit noch nicht einmal annähernd abschätzen, da neben den Totalausfällen in den Überschwemmungsgebieten auch die Qualitäts- und Mengenminderung in den betroffenen Ernteregionen zu Verlusten für die Bauern führen", sagte Wlodkowski und ergänzte: "Auch wenn die Schäden für die Landwirte insgesamt enorm sein werden, bleibt die Versorgung der heimischen Bevölkerung mit Getreide nicht zuletzt auch wegen der vorhandenen Lagerbestände voll und ganz gesichert."

Regen schadet Qualität

Die nicht enden wollenden Regenfälle haben neben den unmittelbaren Auswirkungen auf die Äcker und Wiesen, wie Überschwemmungen, Vermurungen, Erdrutschen oder Verschlämmungen, auch spürbare Negativ-Auswirkungen auf das Getreide selbst.

So sind die Landwirte in den Frühdruschgebieten des Burgenlandes und Niederösterreichs bereits mit Auswuchs-Schäden konfrontiert. Dabei keimt das Korn wegen der hohen Umgebungsfeuchtigkeit bereits in der Ähre und vermindert so die Getreidequalität. Braugerste oder Qualitätsweizen könnten dann nur noch als Futter vermarktet werden, was die Preise deutlich drückt. Dauer- oder Starkregen kann außerdem zum Lagern des Getreides führen. Dabei knickt der Halm und die Pflanzen liegen am Boden, was ebenfalls die Qualität negativ beeinträchtigt.

In den Gebieten, die erst später ernten, wie im westlichen Niederösterreich und in Oberösterreich, kann es durch Regen zu unregelmäßiger Kornreife kommen, wodurch reife und unreife Körner gleichzeitig geerntet werden, was die Lagerung erschwert und der Qualität ebenfalls schadet.

Die Bundesländer Steiermark und Kärnten sind heuer zusätzlich zu den Überschwemmungen auch von überaus schweren Hagelunwettern heimgesucht worden, wovon ausnahmslos alle Ackerfrüchte betroffen waren. In den Grünlandgebieten der westlichen Bundesländer wiederum verhindert ständiger Regen das rechtzeitige Einbringen der Heuernte. Auch bei diesem Produkt mindern Regenfälle die Futterqualität.

Ebenfalls betroffen sind Obstkulturen, wie Marillen und Kirschen, bei denen die Früchte aufplatzen können, sowie Feldgemüse beziehungsweise Kraut. Hier verhindert Dauernässe die Ernte.

Klimaschutz gegen Wetterkapriolen

"Die ununterbrochenen Wetterkapriolen der letzten Wochen zeigen erneut die Wichtigkeit und Notwendigkeit aktiver Klimaschutzmaßnahmen. Wer angesichts derartiger Unwetter die Negativfolgen des Klimawandels weiter leugnet, fügt nicht nur den Bauern nachhaltig Schaden zu. Daher verlangen wir von den Verantwortlichen in Brüssel und Wien eine klare Abkehr von der umweltschädigenden Wirtschaft auf Basis fossiler Energieträger und eine rasche Hinwendung zu erneuerbaren, klimafreundlichen Energien. In der derzeit entstehenden Energiestrategie Österreichs kann das schon berücksichtigt werden", so Wlodkowski.
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