ÖAMTC: Neue Verschleierungstaktik bei Spritpreisen

Preisangaben verschwinden aus dem Internet

Wien (OTS) - Ein Schelm, wer Böses dahinter vermutet: Seitdem der Spritpreismarkt in Österreich - besonders in Salzburg - durch einen neuen Diskonter aufgemischt wird, geht es rund. Nachdem die Mitbewerber in einer ersten Reaktion auf die extrem günstigen Preise ebenfalls mit Preissenkungen reagiert haben, wird die Taktik nun offenbar geändert. "Die Verschleierung der Preistransparenz durch häufige Preiswechsel ist wegen der neuen Spritpreisverordnung nicht mehr möglich. Jetzt werden die Preise zunehmend einfach nicht mehr veröffentlicht", zeigt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau auf.

Bis vor wenigen Tagen konnten sich Salzburgs Autofahrer noch auf den Websites der Mineralölkonzerne über die aktuellen Preise informieren. Sucht man jetzt im Internet nach Spritpreisen, sucht man immer öfter vergebens. "Offensichtlich hat die Mineralölwirtschaft trotz - oder wegen - der Spritpreisverordnung kein Interesse, den Konsumenten einen objektiven Preisvergleich zu ermöglichen", ärgert sich die ÖAMTC-Expertin. Gerade das Internet ist für viele heimische Autofahrer die Informationsquelle Nummer eins, wenn es gilt, die günstigste Tankstelle herauszufinden. "Das belegen bis zu 55.000 Abfragen pro Tag in der ÖAMTC-Spritpreis-Datenbank", erklärt Brandau.

Doch genau diese Art von Preisvergleich wird jetzt erschwert. "Auch bei telefonischer Nachfrage erfährt man oft nur, dass man nichts erfährt", wundert sich die ÖAMTC-Expertin über diese Vorgehensweise. Anscheinend setzen die Mineralölkonzerne auf die Resignation der Autofahrer. "Wer klappert schon mit seinem Auto drei, vier, fünf oder mehr Tankstellen ab, um die günstigste auszuwählen", fragt Brandau. "In Ermangelung eines Preisvergleichs bleibt man bei der erstbesten Tankstelle stehen, um sich fünf Minuten später darüber zu ärgern, dass es woanders doch billiger gewesen wäre."

Die Zauberworte für einen fairen Spritpreis lauten "Transparenz" und "Wettbewerb". "Beides kann und soll die Politik durch geeignete Rahmenbedingungen unterstützen", verlangt die ÖAMTC-Expertin. Dazu gehört zum Beispiel auch, Diskontern den Markteintritt zu erleichtern, wie das bereits in der Studie des Wirtschaftsministeriums über den österreichischen Kraftstoffmarkt 2004 angeregt worden war.

Den Konsumenten empfiehlt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend, wenn möglich in den Abendstunden zu tanken. "Die Preise müssen um Mitternacht bzw. bei Betriebsbeginn festgelegt werden und dürfen im Verlauf des Tages nur mehr nach unten korrigiert werden."

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