ÖGJ: Einkommen gerechter verteilen, um Rassismus zu bekämpfen

Gewerkschaftsjugend fordert politische Bildung an allen Schultypen und Unterbindung rechtsextremer Veranstaltungen

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Extremistische und rechtspopulistische Gruppen, Parteien oder Bewegungen, deren gemeinsame Merkmale Gewalt, Rassismus und Antisemitismus sowie Antiislamismus sind, bedrohen unser demokratisches System. Sie nutzen die gesellschaftlichen Missstände und die Orientierungslosigkeit, um insbesondere Jugendliche zum Rassenhass aufstacheln", so Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

Durch das fehlende Auftreten gegen Vorurteile und Unwissenheit an Schulen und die mangelnde geschichtliche Bildung junger Menschen werden rechte Strömungen nicht unterbunden. Weiters trägt die schwierige soziale Lage (z. B. Arbeitslosigkeit, geringe Einkommen, fehlende Zukunftsperspektiven) vieler Menschen dazu bei, dass sie tendenziell leichter auf Hetzpropaganda einiger Parteien ansprechen und ihr Glauben schenken. "Die Antwort muss sein: Gebt den Jugendlichen eine gute Ausbildung und einen sicheren Arbeitsplatz. Wir müssen Einkommen und Vermögen gerechter verteilen, um die Jugendlichen weniger anfällig für extremistisches Gedankengut zu machen", sagt Michlmayr.

Kanzler Werner Faymann und Ministerin Claudia Schmied haben zehn Schritte für bessere politische Bildung präsentiert. "Besonders wichtig ist uns, dass dabei ein Schwerpunkt auf BerufsschülerInnen sowie auf die PflichtschullehrerInnenausbildung gesetzt werden soll", so Michlmayr. Politische Bildung müsse aber an allen Schultypen zum Pflichtfach werden, fordert die ÖGJ.

Die ÖGJ fordert:

  • Intensive Aufklärungsarbeit zur Thematik Rechtsextremismus, Faschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Schulunterricht.
  • Politische Bildung als Pflichtfach an allen Schultypen.
  • Den Besuch von ehemaligen Konzentrationslagern und Gedenkstätten im Schulunterricht vor der 10. Schulstufe.
  • Erweiterung der Möglichkeiten von Verwaltung und Exekutive, um Zusammenkünfte und das Auftreten von rechtsextremen Gruppen zu unterbinden.(fk)

ÖGB, 7. Juli 2009 Nr. 439

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