Hofer: FPÖ hoch erfreut über Ausstieg aus Ilisu-Staudamm-Projekt

Mit >Nabucco< droht allerdings schwerwiegenderer energiepolitischer Fehltritt

Wien (OTS) - Höchst erfreut über den endgültigen Rückzug Österreichs aus der Finanzierung des umstrittenen Ilisu-Staudamm-Projekts in der Türkei zeigt sich FPÖ-Energie- und Umweltsprecher NAbg Norbert Hofer. "Aus unterschiedlichsten umwelt-, kultur- und geopolitischen Gründen war dieser Schritt, der Rücktritt Österreichs aus dem Haftungsszenario mit Steuergeldern, unumgänglich. Damit können wir diesen Schatten über unserer Investitionstätigkeit abhaken."

Ein anderer, noch erheblich längerer Schatten allerdings trübe weiterhin den energie- und namentlich den versorgungspolitischen Horizont, betont Hofer. "Kommenden Montag steht die Unterzeichnung des Regierungsabkommens zum Bau der Nabucco-Erdgas-Pipeline in Ankara bevor. Auch hierbei handelt es sich um eine himmelschreiende Fehlinvestition, die unsere künftige Versorgungssicherheit nicht gewährleistet, sondern nachhaltig gefährdet."

"Wenn Energieminister Mitterlehner davon spricht, wir müssten wegen der jüngsten Gaskrise unsere Lieferrouten diversifizieren, ist das plumpe Propaganda und, ganz nebenbei, aufgelegter Unfug", erklärt Hofer. "Ein Besitzerwechsel schenkte den Sklaven im alten Rom nicht die Freiheit, er brachte sie lediglich in ein anderes Abhängigkeitsverhältnis."

Im Falle Österreichs heiße die andere Abhängigkeit Türkei und Aserbaidschan statt Russland. "Was das für unsere Versorgungssicherheit bedeutet, ist eine einfache Rechnung, bedenkt man, dass die Türkei bereits im Vorfeld des Baus mehrfach versuchte, ihre Kontrolle über Nabucco erpresserisch einzusetzen, bedenkt man, dass die Türkei - im Sinne ihres Regionalmachtstrebens - ihrerseits ihre energiepolitische Zusammenarbeit mit Russland ausgeweitet hat und bedenkt man vor allem, dass fossile Brennstoffe zunächst immer teurer und bald zur Neige gehen werden."

"Jeder in diese Energieträger investierte Cent ist verloren", hält Hofer fest. "Da Österreich das große Glück hat, über einen reichen Schatz an erneuerbaren Ressourcen zu verfügen, wäre es denklogisch, auf diesen zurückzugreifen. Dazu", so der freiheitliche Energiesprecher, "dürfen wir aber nicht Eulen nach Athen tragen, sondern müssen endlich unsere heimischen Energieträger ausbauen. Möglichkeiten und Konzepte dazu gibt es viele. Was einzig fehlt ist der politische Wille der rotschwarzen Ausverkäufer, die ein 8 Milliarden Euro teures EUnsinnsprojekt propagieren, das Österreichs Importabhängigkeit weiter verschärfen wird. Man verunmöglicht mit ihrem Steuergeld vorsätzlich die künftige Energieautonomie der Österreicher. Das ist grotesk."

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