Marek zu Laura Bassi Centres of Expertise: Die Entscheidung ist gefallen

Innovatives, gendergerechtes Forschungsprogramm fördert acht Projekte - aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Projekte wurden Budgetmittel aufgestockt

Wien (OTS/BMWFJ) -

~ "Das Auswahlverfahren ist abgeschlossen, am 29. Juni hat die Jury entschieden: Acht Forschungskonsortien werden zu neuen Laura Bassi Centres of Expertise" sagte Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, heute, Freitag. Die neuen Laura Bassi Centres of Expertise werden anwendungsorientierte Grundlagenforschung gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern aus der Industrie und Forschung im Rahmen des neu gegründeten Programmes betreiben. In der ersten Phase stehen für die Dauer von vier Jahren Bundesfördergelder in der Höhe von rund 8.4 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt hatten sich 18 Projekte für das Impulsprogramm beworben. Vorgesehen war, sechs davon für die Bundesförderung auszuwählen. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Qualität der Bewerbungen hat die Jury jedoch acht Projekte zur Förderung empfohlen. "Das ist ein beachtlicher Erfolg für dieses gänzlich neue Forschungskonzept. Daher hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend auch zu einer Aufstockung der Budgetmittel entschlossen, sodass nun acht Laura Bassi Centres of Expertise entstehen werden", so Marek. Eine neue Forschungskultur schaffen Die Laura Bassi Centres of Expertise sind europaweit einzigartig: Sie setzen neue, richtungsweisende Maßstäbe bei der Umsetzung von Management- und Teamentwicklungs-Zielen an der Schnittstelle von Industrie und Wissenschaft und fungieren als Impulsgeber für eine neue Forschungskultur. Bei der Projekteinreichung wurden speziell Frauen eingeladen, sich zu bewerben. In den Laura Bassi Centres of Expertise zählen Interdisziplinarität, Heterogenität der Teams und Kommunikationsstärke - Zugänge, die in Befragungen mit Expertinnen als wichtige Voraussetzungen für Innovationen formuliert wurden. Weiter zählen in den neuen Zentren neben den wissenschaftlichen Impact Points auch Forschungsmanagement mit Weitblick, Teamkompetenz und die wissenschaftliche Exzellenz des Projektes. Das vom Wirtschaftsministerium initiierte Programm setzt somit einen frauenfördernden und frauenfreundlichen, zeitgemäßen Wissenschaftsansatz um: "Frauen in der Forschung stellen ein enormes Potenzial dar", so die Staatssekretärin: "Die Laura Bassi Centres of Expertise verleihen der österreichischen Wissenschafts-Struktur neue Impulse, davon wird auch die Wirtschaft profitieren." Mehr Frauen an die Spitze Bisher war die österreichische Forschungslandschaft an männlichen Erwerbsbiographien orientiert. Im technologieintensiven Segment befinden sich bis heute wenige Expertinnen in Leitungspositionen -ein europaweites Hemmnis, das Forschungsdynamik und Innovationskraft bremst. Das in Österreich entwickelte neue Programm-Design leistet hier Pionierarbeit. "Mit einem optimierten, innovativen Verfahren zur Auswahl der Laura Bassi Centres of Expertise geht die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft einen international neuen Weg hinsichtlich der Finanzierung und Unterstützung von Forschungsprojekten", so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Aus dem Programm gewonnene Erfahrungen sollen begleitend dokumentiert werden und in die Gestaltung zukünftiger Forschungspolitik einfließen. Gefördert werden folgende Forschungsprojekte: - BRIC - Entwicklung von Implantaten in Kinderknochen zur rascheren Heilung von Knochenbrüchen. Leitung: Annelie-Martina Weinberg, Medizinische Universität Graz - CVAST - Analyse komplexer visueller Systeme und Datenmengen im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Handhabung. Leitung: Silvia Miksch, Donau Universität Krems - COSS - Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Herstellung von Proteinen Leitung Kristina Djinovic-Carugo, Universität Wien - DiaLife - Entwicklung von Implantaten auf Basis von Biomaterialien mit Anwendung von Nano-Fertigungstechniken. Leitung: Doris Steinmüller-Nethl, Technische Universität Graz - Ocuvac - Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Augenkrankheit Chlamydia trachomatis. Leitung: Talin Barisani-Asenbauer, Medizinische Universität Wien - PlantBioP - Entwicklung von Biopharmazeutika. Leitung: Herta Steinkellner, Universität für Bodenkultur Wien - QE LaB - Entwicklung von Konzepten und Werkzeugen für das Design und die Bedienung von service-orientierten IT-Systemen. Leitung: Ruth Breu, Universität Innsbruck - THERAPEP - Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Entzündungskrankheiten. Leitung: Barbara Kofler, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg Innovative Bewertungskriterien Das zweistufige, innovative Auswahlverfahren, das im September 2008 begann, setzte auf zwei Schwerpunkte: Einerseits wurde die wissenschaftliche Qualität des Projektes und des Konsortiums in einem Peer Review-Verfahren beurteilt, andererseits das Zukunftspotenzial des jeweiligen Zentrums: die Management- und Führungskompetenzen der Leiterinnen sowie die Budgetplanung für die ersten vier Jahre. Dafür hat im Auftrag der FFG Karin Grasenick von convelop kooperative knowledge design gmbh gemeinsam mit Jürgen Siecher, Leiter Human Ressources Development der Sappi-Austria ProduktionsgesmbH und Barbara Hey, Leiterin der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien, Frauenforschung und Frauenförderung der Karl-Franzens-Universität Graz, einen Kriterienkatalog entwickelt. Auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis der Jury und der Gutachter/innen wurde Wert gelegt. Sie setzt sich aus internationalen wissenschaftlichen Expert/inn/en sowie Spezialist/inn/en der Personalentwicklung und des Forschungsmanagements zusammen. Die Mitglieder der Jury - Susanne Baer, Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Juristischen Fakultät, Direktorin des GenderKompetenzZentrums und Sprecherin des Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt Universität zu Berlin - Ulrike Beisiegel, Biowissenschafterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Sprecherin des "Ombudsman der Deutschen Forschungsgemeinschaft" (DFG) - Philipp Heldmann, Geschäftsführer des Zentrums für Wissenschaftsmanagement, Speyer - Ingrid Kissling-Näf, Leiterin der Förderagentur für Innovation KTI, Bern - Markus Lemmens, Geschäftsführender Gesellschafter der Lemmens Medien GmbH, Bonn - Brigitte Mühlenbruch, Vizepräsidentin der European Platform of Women Scientists, Bonn Zwischenevaluierung und Weiterführung Den neuen Zentren steht in den ersten Jahren Begleitung bei Organisation, Management und Karriereentwicklung zur Verfügung. Nach Ablauf der ersten Förderungsperiode wird eine Zwischenevaluierung der Laura Bassi Centres of Expertise getätigt. Danach kann eine Förderung für weitere drei Jahre gewährt werden. Die Förderlaufzeit ist auf insgesamt sieben Jahre angelegt. Die maximale Förderhöhe durch den Bund beträgt 320.000,- Euro pro Jahr und Zentrum, das sind maximal 60 Prozent des Forschungsbudgets, der Rest wird durch die WirtschaftspartnerInnen aufgebracht. Die Förderbewilligung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend. Die ersten Laura Bassi Centres of Expertise starten im Herbst 2009. Rückfragehinweis: ~

Bundesministerium für Wirtschaft,Familie und Jugend Staatssekretariat: DI Lukas Pohl
Tel.: +43/(0)1/71100-5838
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Presseabteilung: Dr. Harald Hoyer, Tel.: +43/(0)1/71100-2058

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