Honduras nach dem Staatsstreich

Kindernothilfe: Sicherheitslage für Kinder verschärft

Tegucigalpa/Wien/Duisburg (OTS) - Nach dem Staatsstreich in
Honduras herrscht ein Klima von Angst und Unruhe im ganzen Land. Die Gewalt an und unter Kindern und Jugendlichen könnte weiter zunehmen. Nach Informationen von Dr. Elmer Villeda, Koordinator der Kindernothilfe Honduras in der Hauptstadt Tegucigalpa, sind seit Beginn des Konflikts alle Schulen im Land geschlossen. Die Kinder bleiben aus Sicherheitsgründen zuhause. Auch viele Erwachsene gehen nicht mehr zur Arbeit, Läden und Behörden öffnen nicht mehr.

Auch die von der Kindernothilfe unterstützten Projekte haben größtenteils die Arbeit eingestellt, um die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen nicht zu gefährden. Anders ist die Situation in der von Kindernothilfe unterstützten Einrichtung Casa Alianza, einem Projekt für Straßenkinder in der Hauptstadt. Aufgrund der verschärften Sicherheitslage kommen viel mehr Straßenkinder als zuvor in das Wohnheim, um Schutz zu suchen. Täglich nimmt die Casa Alianza 30 bis 50 Prozent Jugendliche mehr als vor dem Konflikt auf; keinem Kind wird der Zugang verweigert.

Schätzungsweise leben allein in Tegucigalpa mehr als 10.000 Mädchen und Jungen auf der Straße. Die Gewalt an Straßenkindern und zwischen verfeindeten Jugendbanden ist in Honduras seit Jahren alarmierend hoch. So hat Casa Alianza zwischen 1998 und 2008 allein 4.608 Morde an Straßenkindern dokumentiert. Die meisten der oft durch gezielte Kopfschüsse ermordeten Opfer waren jünger als 17 Jahre, die Täter bleiben vielfach unbekannt. Von den honduranischen Behörden würden diese Verbrechen nur schleppend verfolgt, kritisierte Dr. Villeda.

Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, San Pedro Sula, ist die Sicherheitslage unübersichtlich. Bürgermeister Rodolfo Padilla wurde wegen Korruptionsverdachts abgesetzt. Auf den Straßen kommt es nun verstärkt zu Überfällen. Vor allem das Gebiet rund um die Müllhalde "El Ocotillo" ist sehr gefährdet. Aus diesem Grund hat das von der Kindernothilfe unterstützte Projekt für Kinder, die vom Müll leben, seine Arbeit zur Zeit komplett eingestellt.

Die Kindernothilfe arbeitet seit 1976 in Honduras und erreicht dort rund 4.000 Kinder in zur Zeit 17 Projekten. Das Kindernothilfe-Büro in Tegucigalpa koordiniert die Arbeit vor Ort.

Weitere Informationen aus Honduras: www.kindernothilfe.at, www.kindernothilfe.de

Unsere Mittelamerika-Experten stehen Ihnen gern für Interviews zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Gottfried Mernyi, Kindernothilfe Österreich Kommunikation
1010 Wien, Dorotheergasse 18
Tel.: 01 5139330 - 20 DW
Mobil: 0650 4088073

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KNH0001