"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: Bandions "SOKO Häfen"

Die Justizministerin zeigt erstmals Muskeln. Es wurde auch langsam Zeit.

Wien (OTS) - Vor genau einem Jahr glänzte sie noch bei der Urteilsverkündigung als Bawag-Richterin. Als unerschrockene Verhandlungsführerin erkämpfte sich Claudia Bandion-Ortner im Monsterverfahren Autorität und Respekt weit über den Gerichtssaal hinaus.
Jetzt steht sie selber auf dem Prüfstand. Das erste Urteil über die Politikerin Claudia Bandion-Ortner fällt glanzlos aus. In allen "Regierungszeugnissen" dieser Tage, so auch im KURIER, kommt die Justizministerin auf einen mittelmäßigen Dreier. Die schwache Note blendet ein Handicap aus. Die Quereinsteigerin kann als einzige parteifreie Ministerin nicht automatisch mit der Loyalität einer Partei rechnen. Die anfangs verständliche Vorsicht drohte zuletzt aber in Stillstand umzuschlagen.
Erstmals Muskeln zeigt die gezähmte Justiz-Löwin nun beim Kampf um mehr Personal für die Justiz - wie gestern mit einem Besuch in der Haftanstalt Schwarzau. Bandions Wunsch nach einer "SOKO Häfen & Co" wird so zum Lackmustest für ihre Verhandlungspower außerhalb des Großen Schwurgerichtssaals. Denn ein strahlkräftiges Image wie zu Bawag-Zeiten ist und bleibt ihr einziges politisches Kapital, will sie am Ende ihrer Amtszeit wieder ähnlich gut dastehen wie noch vor einem Jahr.

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